17.9. NEUES LEBEN MIT 350.000 KM

Vancouver Island ist Geschichte, zurück zu Mr. Bushi, zurück zu einer unendlich langen Geschichte.

4 Wochen waren für die Motorenüberholung geplant, nun befanden wir uns bereits im 4. Monat! Während ich den Sommer entspannt in Deutschland verbrachte, kämpfte Cameron mit Unmengen an Problemen mit den entweder nicht vorhandenen oder falsch gelieferten Ersatzteilen. Herzlos und leicht angestaubt stand er, der arme Mr. Bushi, also immer noch bei meinem Kumpel Cameron in der Garage in Abbotsford/ Kanada. Eine sehr unangenehme Situation für uns Beide, welche mir besonders leid tat, wollte er doch lieber an seinen eigenen 7 (!) Autos herumschrauben.

Stattdessen blockierte dieser grüne Klotz seinen Lieblingsplatz im Haus.

Um mein schlechtes Gewissen etwas zu beruhigen und den Hausfrieden zu bewahren, half ich wo immer es möglich war. So bauten wir beispielsweise eine neue Terrasse im Garten, eine neue Treppenplattform, verteilten jede Menge Mutterboden und Schotter. Der Abriss erfolgte dazu, ganz Cameron-mäßig, wochentags abends um 22Uhr. In Deutschland hätte man sich so die besten Nachbarn als Feinde gemacht. Hier kennt man das schon.

Die Garage bekam ebenfalls eine Grundsanierung, neue Regale und Kabel wurden verlegt, das ein oder andere Auto darin komplett mit einer Säge zerlegt und wieder aufgebaut. Es gab unzählige Projekte an denen wir hin und wieder arbeiteten. Nur fertig wurde nichts.

Dazu zählte auch das komplette zerlegen und entsorgen eines Unfallautos. Aus ein paar Ersatzteilen für sein eigenes Auto wurde ein komplettes Ersatzteillager gewonnen, nur das Altmetall musste weichen. Mit Cameron wird es eben nie langweilig.

Wir versuchten das Beste aus der Situation zu machen und hatten eine wirklich gute Zeit zusammen.

Ich lernte Susans und Camerons Freunde kennen, wurde bei den Eltern ganz selbstverständlich an Geburtstagen und Weihnachten eingeladen, und tauchte vollends in die kanadische Lebensart ein, inklusive dem guten nordamerikanischen Essen.

Als Mr. Bushi dann endlich wieder lief und wir die Garage räumten, bin ich der festen Überzeugung, dass Cameron, obwohl er normalerweise kein Bier trinkt, sicher Eines zur Feier des Tages öffnete.

Die erste große Testfahrt erfolgte auf Einladung von meinem guten alten Freund Peter. Bei knapp über Null Grad fuhren wir für ein entspanntes, regenreiches Wochenende nach Skookumchuck in der Nähe von Pemberton. Die dort künstlich angelegten Becken werden mit dem heißen Wasser aus einer heiligen Quelle gespeist, die Temperatur durch einfache Wasserhähne reguliert.Schöner, wenn auch etwas weiter der Rumpelpiste Richtung Süden folgend, befinden sich die Sloquet Hot Springs in einem natürlichen Bachlauf. In der Nähe von Pemberton verstecken sich weiter westlich noch 2 weitere Quellen, welche jedoch temporär, aufgrund von hohem Bärenaufkommen, geschlossen wurden.

Ganz kanada-typisch campierten wir am Fluß, nur 100m von den Skookumchuck Hot Springs entfernt, holten unser Feuerholz mit der Kettensäge aus dem Wald und genossen ein kaltes Bierchen am lodernden Feucherchen.Schöner hätte mein Abschied aus Kanada nicht sein können.

Nach 1.5 Jahren in dem zweitgrößten Land der Welt ging es für mich endlich Richtung Süden.

Hasta Mexico

 

PS: Derzeit sind Überlegungen vorhanden diesen Blog eventuell nicht weiter zu führen. Denn, auch wenn es nicht danach aussieht und mir viel Freude bereitet hat, ist das Schreiben und Pflegen dieser Website, besonders als Single-Reisender, sehr aufwändig. Leider blieben die erhofften Interaktionen hier bislang aus, eine Monetarisierung erscheint mir zu spät. Wie auch immer. In ein paar Wochen wissen wir alle mehr.

Solltet ihr Fragen an mich haben, werde ich jedoch, unabhängig von meiner Entscheidung, auch weiterhin per Email, skype, etc. sehr gerne zur Verfügung stehen.

 


Wer Fragen, Anregungen oder andere Meinungen bzw. Erfahrungen hat, der behält sie natürlich nicht für sich, sondern hinterlässt mir einen Kommentar. Ich freue mich über wirklich jede Nachricht. Ansonsten könnt ihr mir immer eine Email schreiben an tomplz30@yahoo.de oder mich per skype erreichen unter el_fuerte1.

Hier findest Du weitere Links zu Mr. Bushi und mir.
Hier findest Du Infos zu meiner Reise.
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2 Kommentare

  1. Wolfgang Richter

    Hallo Thomas,

    seit 2015 verfolge ich Deinen Blog. Damals hätten wir uns beinahe in der Mongolei getroffen, letztlich klappte es aber doch nicht.

    Deine Berichte lesen sich immer so spannend. Du verstehst es, Deine Leser mitzunehmen. Du schilderst Deine Lebensumstände und Gemütslagen so ehrlich und überzeugend, wie ich es bisher in kaum einem Reiseblog gelesen habe. Hut ab!

    Im letzten Jahr, also 2018, haben wir uns wieder mal in Deiner Nähe herumgetrieben, als wir ein halbes Jahr durch Nordamerika tuckerten. Allerdings kamen wir nicht in greifbare Nähe von Vancouver und der Sunshine Coast.

    Aber ich will hier jetzt nicht lange rumlabern. Ich fände es nur unheimlich schade, wenn Du Deinen Blog nicht mehr weiterführen würdest. Ich weiß ja selbst, wie viel Arbeit so ein Blog macht. Aber ich freue mich dann immer, wenn ich mal zu meinem Blog ein Feedback bekomme, oftmals auch von mir völlig fremden Menschen. Und ich könnte mir vorstellen, dass es Dir ähnlich geht.

    Meine Bitte: Halte durch und mach weiter. Ich würde mich freuen!

    Schade, dass wir uns noch nicht persönlich kennengelernt haben. Aber man soll ja niemals nie sagen.

    Bleib gesund und pass auf Dich auf!

    Alles Gute und Gruß
    Wolfgang

    P.S.: Wenn es Dich interessiert, kannst Du ja mal in meinen Blog schauen:
    https://gecko-reisen.blogspot.com

    Antworten
    1. Thomas (Beitrag Autor)

      Lieber Wolfgang,
      ich danke Dir vielmals für deine wirklich ehrlich und ermunternden Worte!
      Tatsächlich kann ich mich noch sehr gut an die Mongolei und unsere vergeblichen Versuche eines Treffens erinnern. Auch Kanada ist mir gut im Gedächtnis geblieben. Schon witzig nach all den Jahren. Es ist sehr schade, dass es nie geklappt hat aber vielleicht auch ein Zeichen, dass ein Zusammenkommen in der Zukunft umso schöner sein wird. Immerhin haben wir uns dann vielmehr zu erzählen 🙂
      Ich feue mich sehr, dass Du meine Ehrlichkeit schätzt und meinen Schreibstil ebenfalls als gut genug empfindest mir treu zu bleiben. Sarah hatte seinerzeit enorm viel Arbeit in diesen Blog und ihre Texte gesteckt, und auch wenn unsere Wege sich getrennt hatten, versuchte ich ihre Hingabe beizubehalten. Was mir NICHT sehr einfach von der Hand geht. Darüberhinaus ist das Pflegen eines Blogs als Single eine echte Herausforderung, da ich neben dem Erleben auch noch Schreiben und Fotografieren muss. Das hört sich jetzt nach einem Luxusprpoblem an, ist aber Realität … wie ihr sicher wißt.
      Zugegebenermaßen hatte ich mir viel mehr Interaktionen wie diese hier gewünscht. Einige Leute haben mir per Email geschrieben, Andere bei Facebook. Ich freue mich über jede Nachricht. Besonders über Deine!
      Nichtsdestotrotz werde ich den Blog etwas mehr veruntreuen als gedacht. Das liegt zum Einen daran, dass ich viel um die Ohren habe, wie zB. irgendwie die Getriebereparatur von Mr. Bushi finanzieren, zum Anderen meine Einwanderung nach Kanada plane. Ein ganz großer Punkt ist das liebe Geld. Mit einem Blog lässt sich leider heutzutage kein Geld verdienen und Informationen nehmen die Meisten gerne als kostenlos gegeben hin. Daher muss ich neue Prioritäten setzen um irgendwie zu Überleben und das klappt eben nur mit harter „ehrlicher“ Arbeit 🙂
      Ich weiß sehr wohl, dass viel Mut dazu gehört einem unbekannten Blogautoren seine Unterstützung zu bekunden, deshalb sei Dir nochmals gesagt: Hab vielen Dank und bis bald 🙂
      Thomas aus Vancouver

      Antworten

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