ZUHAUSE

 HAMBURG …

Thomas' Arbeitsweg - Sonnenaufgang über der Elbe

Thomas‘ Arbeitsweg – Sonnenaufgang über der Elbe

Vor der Reise ist unser Zuhause in Hamburg. Hier haben wir seit drei Jahren eine kleine Mietwohnung in einem maroden Altbau. Auf 45m2 wohnen wir, ohne Balkon und ohne Keller. Mit vier Fahrrädern ist das gar nicht so einfach. Eigentlich sollte diese Wohnung nur eine Zwischenstation sein, denn sie war uns von Anfang an zu klein. Wie gesagt, der Keller fehlte und ein Balkon wäre auch schön gewesen. Aber in Hamburg hat man nicht immer die Wahl. Und als wir vor 2 Jahren sehr viele Diskussionen um unsere Zukunft taten, beschlossen wir anschließend, nicht mehr umzuziehen und in der Wohnung zu bleiben. Denn wir waren uns einig, dass wir noch einmal die Welt bereisen wollen. Ungefähr in 2 Jahren. Ein Umzug lohnte sich also nicht mehr. Aus einer Art „Provisorium“ wurden 3 Jahre.

An der Wohnung hängen wir deshalb nicht so sehr. Sie ist alt, zu klein und schimmelt. Schwerer fällt der Abschied vom schönen Ottensen, wo die Elbe so nah ist und viele Freunde um uns herum wohnen. Wir haben hier unseren Lieblingsbäcker gefunden, der die besten Croissants in Hamburg herstellt. Einen Lieblingsfranzosen, der den besten Espresso brüht und einen Lieblingsportugiesen, bei dem wir nach der Arbeit oder am Wochenende auf einen sehr guten Galao und Natas einkehren. Wir haben unseren Lieblingstürken, bei dem wir Obst und Gemüse kaufen und den urigen Kaufmannsladen, bei dem wir immer getrocknete Früchte, Tee und Gewürze kaufen können. Es gibt Bioläden ohne Ende, schöne Wochenmärkte, auf denen wir regionale Lebenmittel kaufen. Das alles ist in Fußnähe zu erreichen. Das Fitness-Studio befindet sich gleich um die Ecke, Bus und Bahn sind nicht weit entfernt. Meine Laufstrecke und Thomas‘ Fahrradweg zur Arbeit entlang der Elbe beginnt vor unserer Haustür. Und unsere besten Freunde wohnen fünf Minuten von uns entfernt. Das alles lieben wir so sehr hier in Hamburg.

Ja, es fällt uns mittlerweile richtig schwer zu gehen. Das ist auch gut so. Denn nichts ist schlimmer, als nach einer Reise an einen Ort zurückkehren zu müssen, den man nicht mag. Und nichts ist für eine Reise schlimmer, als diese zur Flucht vor seinem eigenen Leben zu nutzen. Wir kommen gerne wieder. Wir wissen Schwarzbrot und Körnerbrötchen zu schätzen. Wir lieben es, guten Kaffee zu trinken und Schokolade zu essen, die nicht nur nach Zucker schmeckt. Die Jahreszeiten, die den Sommer so wertvoll machen. Den Duft von Blumen im Frühling. Und den Unterschied von Winter zu Sommer, der nicht nur an den austreibenden Pflanzen zu erkennen ist, sondern auch am Geträller der Vögel in der Luft. Und der Frieden, der den Genuss all dieser Dinge erst möglich macht!

Hamburg03

Frühling am Schaalsee

 

Diese Gedanken sind uns erst dann bewusst geworden, als wir beschlossen haben, diese Reise zu anzutreten. Wir pinnten eine große Weltkarte über unseren Schreibtisch im Wohnzimmer, damit wir uns einen Überblick über mögliche Routen verschaffen konnten. Mit Blick auf die Karte leuchtete uns ein, wie selten es einem Menschen auf der Welt möglich ist, so zu leben und zu genießen wie wir es können. Umso kostbarer ist das Glück, diese Einsicht zu erhalten und zu wissen, was man hier – Zuhause – hat.

… ROSTOCK

Heimat

Heimat

Unser ursprüngliches Zuhause ist aber Rostock. Dort wohnen unsere Eltern und Großeltern. Dort sind wir aufgewachsen und haben uns kennengelernt. Unfassbar, wie lange das schon her ist! (So lange schon, dass wir uns zu unserer gemeinsamen Jugendweihe eine Reise schenken können!) Dorthin werden wir vor der Reise gehen. Und dorthin werden wir wohl auch nach der Reise zurückkehren. Deshalb müssen wir vorher noch umziehen. Ganz ehrlich? Keiner der Reisenden, die wir kennen, ist vorher noch umgezogen! Aber in Rostock haben wir die Möglichkeit erhalten, unsere Möbel und persönlichen Schnickschnack unterzustellen. Freilich sehen wir zu, unseren Besitz stetig zu verkleinern. Nein, die vier Fahrräder gehören bestimmt nicht dazu! Aber sicher ganz viele Bücher, alte Regale und Elektrogeräte. Thomas hat bereits sein halbes Schallplattensortiment nach und nach verkauft. Meine Bücher gehen leider nicht so gut. Am Ende soll alles in einen Sprinter passen – einen kleinen wohlgemerkt. Und das war’s dann.

Die kleine Mietwohnung haben wir gekündigt. Unsere guten Jobs mittlerweile auch. Die Organisation der Visen läuft an. Eine Reisekrankenversicherung haben wir auch schon. Das Auto ist fast fertig. Was fehlt, ist der Umzug nach Rostock. Und sich von allen verabschieden.

Mit der ersten Frühlingssonne und ein paar Ostereiern im Gepäck geht es dann für uns gen Osten.

> Was ist Zuhause passiert?

5 Kommentare

  1. Elli's

    Hallo ihr Süßen, haben sofort uns eurenBlogg angesehen. Gefällt uns sehr gut. Mit einem weinenden und lachenden Auge freuen wir uns für euch und sind auch voller Stolz. Am schönsten ist dann natürlich eine gesunde Rückkehr mit vielen Erlebnissen. Eure Elli’s

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Schön das er euch gefällt. Nach so vielen Stunden der Recherche ist Sarah nun auch endlich überglücklich, das er so toll geworden ist. Bevor wir aber wiedewr zurückkommen, müssen wir erstmal los 🙁

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  2. Steffi

    Ich habe mal wieder auf eure Seite geschaut…..ich bin jetzt schon gespannt auf eure Reiseberichte und vorallem freue ich mich auf Fotos von all den tollen Zielen eurer fantastischen Reise…..Chaka !! Ich bleibe freudig gespannt! liebe Grüsse Steffi

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Sobald wir aus unserem Wohnungs-auszugs-chaos raus sind, gibts wieder neue Berichte. Schau gerne wieder rein 🙂
      Liebe Grüße

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  3. The GrassVan Family

    Also dem können wir uns nur anschließen! Super tolle Seite und es macht richtig Spaß zu stöbern! Unbedingt weiter pflegen und nicht aufgeben auch wenn die Reisezeit, die vielen Eindrücke oder das viele Arbeiten euch die Zeit raubt! Bleibt sauber ihr Beiden und viel Spaß!

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