CHINA

GRENZE TORUGART PASS – KASHGAR – KALAKUL SEE – TASHKURGHAN – GRENZE KHUNJERAB PASS

Gesamtkilometer 590 km
Gesamtdauer 6 Tage
Übernachtungen 3x Qinibagh Royal Hotel, Kashgar
1x Kalakul See
1x Hotel in Tashkurghan
Benzinpreis 0,74 Euro
Durchschnittstemperatur 28°C tags, 17°C nachts (Kashgar im September) / in den Bergen: 14°C tags / 1°C nachts
Grenzen Kirgistan – China: Torugart Pass
China – Pakistan: Khunjerab Pass
Mahlzeit China ohne Reis!, frischgepresster Granatapfelsaft
Besonderheiten: Tankstellen in Xinjiang sind bewacht, ohne Guide ging nichts, Benzin nicht immer vorhanden

Den Karakoram Highway, kurz KKH, durch die chinesische Provinz Xinjiang mit dem eigenen Auto zu befahren, funktioniert derzeit leider immer noch ausschließlich über eine gebuchte Tour einer chinesischen Reiseagentur bzw. einer Agentur, die solche Reisen anbietet. Das bedeutet, dass diese Tour durch einen Guide geführt wird, der entweder mit eigenem Auto fährt oder im Auto des Overlanders mitfährt. Man darf von dem Guide nicht viel erwarten. Im Grunde ist es am besten, erst gar nichts zu erwarten. Er „guided“ eher die wichtigen Dokumente der Touristen – Führerschein, Nummernschild, Reiseroute, etc. – kennt sich vielleicht noch ein bisschen in seinem Heimatort aus, aber das war’s auch schon. Von allzu viel Hintergrundwissen zu Landschaft, Historie oder Politischem kann man nur Träumen und muss sich selbst kümmern. Im Grunde ist er der Wächter über alle chinesischen Reisedokumente des Touristen bis die (kontrollierte) Ausreise des Overlanders sicher gestellt ist. Viele schrecken vor den Kosten zurück, die so eine geführte Tour mit sich bringen, doch einen anderen, und vor allem günstigeren Weg, um bis nach Südostasien mit dem eigenen Auto zu gelangen, haben wir damals nicht gefunden. Die Kosten können reduziert werden, wenn die Reisegruppe sich um die Anzahl der Autos bzw. Personen vergrößert, ob es nur einen oder zwei Fahrer gibt, für welche Provinzen, wie viele Genehmigungen erforderlich werden etc. pp. Jede Agentur rechnet sich das unterschiedlich schön. Nach langem Zögern und sechs bis sieben Preisanfragen an unterschiedliche Anbieter haben wir mit Mrs. Spring die Tour über den KKH vereinbart, viel zu planen gab es angesichts der Kürze nicht. Über das HUBB Forum haben wir Australier gefunden, mit denen wir den Preis um ein paar hundert Dollar drücken konnten.

Insgesamt haben wir für 6 Tage je 1530 US Dollar bezahlt. Darin enthalten waren alle Genehmigungen, Führerschein, Inspektion, Nummernschilder … alles, bis auf Sprit, Verpflegung und Unterkunft. Ja, ja, die Ohren schlackern schon, ich weiß! Das Angebot von Mrs. Spring lag im guten Mittelfeld aller Anfragen, sie gab jedoch die ehrlichsten Antworten. Grundsätzlich – um neutral zu bleiben – waren wir zufrieden. Die Vorplanung und die Tour an sich liefen reibungslos. Bei den Hotelpreisen gab es jedoch enorme Differenzen. Man sollte darauf achten, die Hotelpreise, der von der Agentur empfohlenen Hotels selbst einzuholen, um den tatsächlichen, fairen Preis zu zahlen und nicht jenen, an dem die Agentur noch mitverdient. Vielleicht läuft das bei anderen Agenturen anders.

Generell kann man den chinesischen Karakoram Highway für eine Straße in Top-Zustand halten. Lediglich die Pässe sind nicht asphaltiert, doch es wird sicher nicht mehr viel Zeit kosten, bis der Highway in Gänze zu einem richtigen Highway ausgebaut ist. Das Abenteuer von löchriger Schotterpiste über 3000 Höhenmetern ist damit passé. Übel sind lediglich die ersten 40 bis 50 Kilometer zwischen Torugart und Kashgar, sowie die derzeit größte Baustelle auf dem Highway.

Mal eben so draußen campen ist nicht. Für die ersten drei Nächte mussten wir ein Hotelzimmer in Kashgar beziehen. Am Kalakul See zwischen Muztag-Ata und Kungor ist campen sogar erwünscht, doch alles andere liegt im Ermessen a) der Reiseagentur, b) des Guides, c) des Militärs und/oder d) der Chinesen auf dem Land, die einen an das Militär verpfeifen können.

Polizeikontrollen wie in den anderen Ländern haben wir nicht gesehen. Der Karakoram Highway ist in regelmäßigen Abständen mit Hightech-Kameras ausgestattet, die den Verkehr kontrollieren. Ansonsten gibt’s einige wenige Straßen Check Points, an denen die Ausweise vorgelegt werden müssen.

An den Tankstellen gibt es guten Sprit, aber leider nicht nachts, auch nicht ohne Guide, nicht mit zusätzlichen Passagieren im Auto und es gibt auch keinen Sprit für Ersatzkanister. Alles, was getankt wird, steht unter höchster Kontrolle. Wir hoffen, dass dieser Kontrollwahn nur in der Provinz Xinjiang und auch nur entlang des KKHs stattfindet.

Zum ersten Mal hatten wir Probleme, frisches Trinkwasser zu bekommen. Entlang der Strecke haben wir kaum Gebirgsquellen gesehen und das, was aus den Schläuchen und Rohren der Dörfer bzw. Kleinstädte fließt, sieht nicht unbedingt erfrischend aus.

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