AUTO-INNENAUSBAUTEN UND IHRE ALLTAGASTAUGLICHKEIT – TEIL 1

2,5 Jahre on the road. Eine lange Zeit, die neben meiner persönlichen Sichtweise auf die Welt auch den Anspruch auf meinen Lebensraum veränderte. Geschätzte 70% meiner Reise verbrachte ich nämlich mit oder im Mr. Bushi. Ein Tapetenwechsel kann also Hin und Wider nicht schaden.

Rostock verließen Sarah und ich mit dem L300-„Allzweck“-Innenausbau. Dieser basierte auf der Idee von Dinoevo (L300 Besitzer), welche wir weiterentwickelten und, nur mit einer Stichsäge bewaffnet, fast ganz in Eigenregie herstellten. Bis heute können wir uns stolz auf die Schulter klopfen.

Alles hat gehalten, 50.000km, Schotterpisten, Hitze und Schnee. Nichts war gebrochen oder musste nachgearbeitet werden. Die Multiplex Seitenwände bestanden aus 12mm, die Decken- und Bodenplatte aus 16mm feinster russischer Birke. Alles wurde verleimt, geschraubt, abgeschliffen und lasiert. Der Vorteil der Lasur lag in der hervorragenden Kaschierung späterer Kratzer, da wir mehrere Lagen auftrugen (Vorsicht, je mehr desto dunkler das Ergebnis) und diese tief in das Holz eindringen ließen sowie in der langfristig feuchtigkeitsabweisenden Oberfläche.

Die Konstruktion war Grundsolide, nur die Farbwahl fürchterlich. Schwarzer Gummifußboden, braunes Holz und ein grauer Dachhimmel. Bei schlechtem Wetter waren Depressionen somit schnell vorprogrammiert. Okay, die meiste Zeit haben wir eh notgedrungen außerhalb des Autos verbracht (Thema: Kochen), doch wenn es regnete oder die Stimmung nicht gerade auf dem Höchststand war in ein dunkles Auto zu steigen, hat mir spätestens in Malaysia die Hutschnur hochgehen lassen. Vielleicht hätte auch schon ein anderer Fußbodenfarbton mehr Optimismus verstrahlt, ich werde es wohl nie herausfinden.

Unsere Sitzgelegenheit bot eine ideale Raumausnutzung. Mit leicht eingeschränkter Kopffreiheit konnten wir geradeso auf dem, im L300 innen verbauten, Motor Platz nehmen. Vor uns lagen dann 100cm Freiraum zwischen Sitzplatz und dem großen Schuhkarton ähnlichen Innenausbau. Da hätten wir tanzen können, hätten wir Stehen können. Stattdessen nutzten wir Tagsüber die ausziehbaren Schubladen als Schreib- bzw. Laptopunterlage. Nachts legten wir einfach 2 Bretter darauf und erreichten eine Bettlänge von 2.20m.

Die Küche befand sich im Heck unseres rollenden Zuhauses. Geschützt durch die Heckklappe trotzten wir dort Sonne und Regen. Scherwinde waren natürlich nicht einkalkuliert. Der Kühlschrank konnte auf einer kleinen Schublade ausgezogen werden, in den Kisten daneben befanden sich Geschirr und Trockenfutter, gefolgt von der Wasserfiltration. Ich hatte einen einfachen Tisch gebaut, welcher vor den eingefahrenen Kühlschrank mit Drahtseilen eingehängt werden konnte. Alles sehr funktionell und durchaus für eine einjährige Reise oder westliche Campingplätze geeignet.

Als Automobil-Bewohner mit intensiver täglicher Nutzung der Küche überzeugte diese Idee leider langfristig nicht. Beispiele am lebenden Objekt gibt es zu genüge: Die Köchin oder der Koch waren immer dem Wetter ausgesetzt. Punkt. Aber geteiltes Leid ist halbes Leid, denn auch die Person im Fahrzeug hatte etwas davon. Bei der notwendig geöffneten Heckklappe, wurde es in der Hütte nämlich schnell kalt und stürmisch. Hinzukommt, dass derjenige, der kochte, auch zum Widereinstieg um das Auto herumgehen musste und bei Regen diese Peron sowie das hart erkochte Essen eine herrliche Dusche abbekam.

Darüber hinaus war bei Moskitoalarm ein permanentes Gefummel und Zurechtrücken der Fliegengase vorprogrammiert. So warteten, während des Kochvorgangs, bereits alle Flugviecher auf ihren Einsatz, um mit dem Anheben der Barriere und dem Griff nach dem Geschirr oder den Gewürzen, diese Lücke in den Blut-Supermarkt zu nutzen. An ein entspanntes Abendmahl war dann nicht mehr zu denken.

Der größte Nachteil offenbarte sich in Ländern mit hoher Bevölkerungsdichte und Großstädten. Sobald der Kocher an war, wirkte er zum Beispiel in Indien wie ein Magnet und wirkliche alle verbeilaufenden Personen um uns herum fühlten sich plötzlich eingeladen zum Glotzen. Aber auch ich kann mich nicht davon freisprechen, wenn ich eine Heck-Küche erblicke, mal einen Blick „reinwerfen“ zu wollen.

Fazit: Einfache Herstellung, Grundsolide, für warme Regionen, westliche Länder mit geringer Bevölkerungsdichte und eine maximal 1-2 jährige Reise

Wer Fragen, Anregungen oder andere Meinungen bzw. Erfahrungen hat, der behält sie natürlich nicht für sich, sondern hinterlässt mir einen Kommentar. Ich freue mich über wirklich jede Nachricht. Ansonsten könnt ihr mir immer eine Email schreiben an tomplz30@yahoo.de oder mich per skype erreichen unter el_fuerte1.

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