16.4 DIE VORERST LETZTEN WOCHEN EINER LANGEN REISE

Kuala Lumpur

Da war ich wieder, zurück in Malaysia.

Die Hauptstadt Kuala Lumpur fühlte sich für mich, nach meinem Flug aus Indonesien, so an, als wenn ich gerade von Rumänien nach Hamburg geflogen wäre. So unglaublich modern, sauber und … teuer. Es war ein bisschen wie „Nach Hause kommen“. Denn neben Puerto del Rosario auf Fuerteventura war ich auf keinem anderen Flughafen auf der Welt so oft wie hier, ungefähr 8 mal. Die vertraute, unkomplizierte Umgebung, auch wenn ich hier nur über einen Flughafen rede, war sehr angenehm. Kein aberwitziges Handeln um ein Busticket, kein ständiges „Hey Mister“-gerufe, keine Kommunikationsprobleme und keine ständigen Staubpopel in der Nase. Die Stadt samt Flughafen könnte sich theoretisch auch in Deutschland oder Frankreich befinden.

Ich kaufte mir am Flughafen eine neue SIM-Karte für 8€ von „DIGI“, ein Busticket für 2,50€ und kam, nach einer Stunde klimatisierter Busfahrt, sanft an der Station KL Sentral in der Innenstadt an. Dort sollte meine bisherige reibungslose Weiterfahrt, ab jetzt mit der modernen Hochbahn, zu Terence und Mr. Bushi fortgesetzt werden. Ich informierte mich über das unübersichtliche, sehr umfangreiche Bahnliniennetz, trug die Route in mein Telefon ein und bestieg zuversichtlich den ersten ankommenden Zug. Schon nach kurzer Fahrt versagte natürlich der Akku meines Handys, inklusive Navigation, und ein merkwürdiges Baugefühl stellte sich ein. Ausgerechnet jetzt erfuhr ich schmerzlich, wie stark ich mich doch auf dieses kleine Gerät verlassen hatte: Ich saß im falschen Zug!

Die Metropolregion Kuala Lumpur, mit seinen angrenzenden Kleinstädten, ist so groß wie Berlin und hat 8 Mio. Einwohner. Terence wohnt im Südwesten der Stadt. Ich fuhr jedoch nach Norden. 12 Stunden war ich nun schon unterwegs, seitdem ich Pulau Weh auf Sumatra verlassen hatte, war Hundemüde, hungrig und irrte jetzt planlos mit irgendwelchen Zügen durch Kuala Lumpur. Ich wechselte mehrfach sinnlos die Bahnlinie, befragte Angestellte am Schalter oder Reisende am Bahnsteig, doch nur Wenige kannten überhaupt den Ort wo ich hinwollte. Nach anstatt 1,5 Stunden, erreichte ich dann doch überglücklich, meine angepeilte Haltestelle – nach fast 4 Stunden Irrfahrt. Das war mein letztes Abenteuer als Backpacker in Malaysia!

Terence und sein Bruder Chris, in der dritten Generation indischer Einwanderer, sowie dessen Freundin Shah aus Sabah (neben Borneo) sind unglaublich nett, hilfsbereit und sehr entspannt. Zusammen wohnen sie in einem dreistöckigen Reihenhaus in einer bewachten Wohnanlage und stellen mir ein eigenes Zimmer mit Bad und Klimaanlage (!) zur Verfügung. Hier werde ich, mit einigen Unterbrechungen, die nächsten 3 Wochen verbringen. Mein Ziel: Das gesamte Auto auf Vordermann bringen.

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Mein Handtuch, mein Zimmer, mein Balkon

14 Monate war ich nun schon unterwegs, da musste nicht nur ich leiden, sondern auch mein Auto und die gesamte Ausstattung. Viele Reparaturen hatte ich vor mir hergeschoben bzw. fand nie die richtigen Gelegenheiten um diese zu beheben. Hier in Malaysia wollte ich mich jedem einzelnen Problem komplett widmen. Ich hatte Zeit, ein klimatisiertes Zimmer mit Dusche und einen Parkplatz neben dem Haus. Doch ein Schrauberparadies war dies nicht! Mit 36 Grad und fast 90% Luftfeuchte wurde absolut jede Bewegung von zig Litern Schweiß begleitet. An einigen Tagen bestieg ich das Auto und bevor ich überhaupt irgendetwas in der Hand hatte, war der Boden bereits nassgetropft. Mein Wischlappen war demnach häufiger in Benutzung als mein gesamtes Werkzeug zusammen.20160527_174553_blog

Trotz des harschen Klimas wusste ich die mir gegebenen Möglichkeiten sehr zu schätzen. Meine Liste für die angesetzten 3 Wochen Arbeit war deshalb auch ziemlich lang:

Komplette Fahrzeugreinigung sowie Gummipflege innen und außen, Frontscheibe neu versiegelt, alle Roststellen schweißen lassen, neue Riemen inklusive Zahnriemen, neue Zündkerzen, Motorreinigung,  Benzinkocherreparatur, Markisenreparatur, und was sich sonst noch so alles anbot.IMG_7879_blogIMG_7880_blogIMG_7881_blogIMG_7883_blog

IMG_7888_blogDa tagsüber fast alle außerhaus arbeiteten, fühlte ich mich wie in einer kleinen Overlander-Oase, in der ich mich frei bewegen durfte und auch sehr schnell daran gewöhnte. Bis auf die Hitze war es perfekt, denn es gab hier alles, außer (merkwürdigerweise) eine Waschmaschine. Die riesen Einbauküche zum Beispiel, wie Terence selbst sagt, wird nur von den Gästen benutzt wird. Das konnte ich bestätigen. Shah guckt zwar fast den ganzen Tag westliche Kochshows, übrigens bei zugezogenen Vorhängen und 24h Klimaanlage, jedoch kaufen alle Bewohner des Hauses ihr Essen immer in den unzähligen leckeren Straßenrestaurants. Man könnte diese in nur 20 min. zu Fuß erreichen, dass würde allerdings niemand in Malaysia tun! Stattdessen wird mit dem Auto gefahren und ausgiebig die stets wohltemperierte Klimaanlage genossen.

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Mein absolutes Lieblingsessen – Tandoori Hühnchen mit Käse Chapati

Auch ich war Stammgast in den Restaurants, was sich an meinem Mehrgewicht von 5Kg zeigte. Darüber war ich bei dem fettigen Essen absolut nicht verwundert, jedoch vielmehr über die Tatsache, dass ich während meines Aufenthaltes nur 4 „Weißbrote“ in der gesamten Umgebung zu Gesicht bekam. Zwei davon waren die englischen Weltenbummler John und Suzann, durch die ich vor einem Monat Terence kennengelernt hatte. Während ich in den vergangenen Wochen in Indonesien mit meinem Rucksack reiste, erkundeten die Beiden die Schönheiten Malaysias und werden die letzten Tage in Asien, vor Ihrer Fahrzeugverschiffung nach Kanada, in meinem Zimmer verbringen.

Terence arbeitet bei einer Art Werbe-Model-Agentur und da eine deutsche Firma 2 Schauspieler suchte, kamen auch John und ich in den Genuss eine Castings. Natürlich hat man als Weltreisender keinen ganzen Kleiderschrank dabei um auf so eine Situation vorbereitet zu sein. Also bekamen wir ein paar schicke Anzüge gestellt, genehmigten uns eine anständige Rasur und jede Menge Aufmerksamkeit beim Probedreh. Zugegebenermaßen, unser schaupielerisches Können hielt sich in Grenzen, dafür sahen wir aber seit langer Zeit mal wieder verdammt gut aus! Umso unverständlicher war es, dass der Auftraggeber sich gegen uns und für asiatisch aussehende Malaysier entschied. Schade.

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Suzann hatte uns ein köstliches Mahl gezaubert

Die gemeinsame Zeit mit den beiden Engländern war leider nicht von Dauer und der Abschied nahte. So verbrachten wir mit 15 Freunden verschiedenster Herkunft einen feuchtfröhlichen Abschiedsgrillabend in der Hausauffahrt und feierten unser kleines Multikultitreffen. Sie alle kamen aus der Umgebung von Kuala Lumpur und bezeichnen sich als Malaysier. Es gibt in Malaysia 6% Inder, 52% Chinesen und eben 39% gebürtige Malaien gibt. Die meisten derer sind Buddhisten mit 35,7 %, Muslime mit 46,4 %, Christen mit 5,8 % oder Hindus mit 8,5 %. Sie alle schienen kein Interesse an Ihrer Herkunft zu zeigen, da sie entweder ihre Religion komplett anders ausleben oder sich mit der Lebensweise in Ihren Ursprungsländern nicht identifizieren können. Für sie gibt es nur eine Nation und dazu gehören sie, als Malaysier. Das fand ich toll!

Nach 3 Wochen Schrauben hatte ich genug vom Stadtleben und sehnte mich nach einer Meeresbrise. So ging es für Mr. Bushi und mich von der West- an die Ostküste, auf 300km bester Autobahn. Unser gemeinsames Ziel war Cherating. Ein Surferort, mit herrlichem Strand, Ruhe und viel Platz zum Nichtstun. Perfekt für mich!

20160607_085211_blogIch genoss das Wasser, die frische Luft und Strandspaziergänge, backte frische Brötchen und trank das ein oder andere Bierchen.

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Sonnenaufgang in Cherating

Die Zeit war schön, aber es fehlte eine Begleitung. Ich muss wohl später noch einmal hierher fahren.

Malaysia kann eine wirkliche gute Infrastruktur vorweisen und macht das Fahren damit wieder zu einem angenehmen Erlebnis. In Indien schaffte ich an einem Tag max. 140km, hier waren es in 3 Stunden 200km. Einziger Nachteil: es wird des Öfteren eine Maut verlangt. Wenn ihr diese vermeiden wollt, könnt ihr immer parallel zu den Autobahnen verlaufende Landstraßen finden, welche aber auch deutlich voller sind! Unabhängig davon änderte die Landschaft sich leider kaum. Auf meiner Weiterfahrt von der Küste in die Hügellandschaft Zentralmalaysias sah ich jede Menge gerodete Flächen oder Palmölplantagen. Ein sehr trauriges Bild, denn konnte man bis vor wenigen Jahren noch überall dichten tropischen Regenwald finden, stehen heute nur noch in Reih und Glied angepflanzte Palmen. Auf Sumatra meinte damals mein Guide im Nationalpark zu mir, dass seit der exorbitanten Anpflanzung der Palmen dort, der Grundwasserspiegel enorm gesunken sei. Wie sich das hier auf Malaysia verhält kann man nur erahnen. Ich fragte mich eigentlich immer nur was passieren würde, wenn hier eine Krankheit diese Monokultur zerstören würde? Palmöl ist der Grundstoff für Margarine, Frittierfett, Schokolade, Tiefkühlpizza, Waschmittel und Kosmetikprodukte. Im Supermarkt enthält heute fast jedes zweite angebotene Produkt das billige Palmöl. Übrigens sind über 90 Prozent des Palmöls für den europäischen Markt bestimmt! Unter anderem wird es auch für Biodiesel verwendet! Schönen Gruß nach Deutschland – und denkt bitte bei Eurem nächsten Einkauf einfach mal darüber nach, was ihr dazu beigetragen habt diese unglaubliche Vernichtung von Wäldern zu beschleunigen!

IMG_7941_blogIMG_7944_blogIMG_7949_blogTaman Negara Nationalpark

Es gibt leider nur wenige Landstriche in Südostasien die nicht vom Menschen angetastet wurden, dazu zählt der Taman Negara Nationalpark. Es ist das älteste Waldgebiet der Erde! Hier wollte ich hin. Ausgangsort um dieses Gebiet zu erkunden ist Kuala Tahan. Der Nationalpark ist durch einen Fluss mit dem Touristenort getrennt, wo jedes Gebäude entweder ein Trekkingtourenveranstalter oder ein Guesthouse ist. Seit langer Zeit sah ich hier erstmals wieder Backpacker, Pauschaltouristen und Lonely Planet Zombies. Da ich schneller hier eintraf als gedacht, entschied ich mich etwas leckeres zu kochen und am nächsten Morgen früh eine Wanderung auf eigene Faust zu unternehmen. Glücklicherweise entdeckte ich das Nationalparkbüro, welches versteckt auf der rechten Seite des am Fluss liegenden Kreisverkehrs in einem Holzhaus zu finden ist. Kein Schild, kein Hinweis aber dafür ein netter auskunftsfreudiger Ranger. Er erklärte mir eine machbare Tour, welche mich über den Tree-Top-Walk direkt auf den höchsten Berg Bukit Teresek und entlang des Flusses zurück zum Ausgangsort führen würde.

Zwischengeschobene Anekdoten eines Overlanders

Nun galt es noch ein Übernachtungsplatz zu finden. In einer kleinen Seitenstraße ohne angrenzende Häuser, neben einem kleinen Kreisel, mit einem Toilettenhäuschen und Flussblick, da war er, im Zentrum eines Touristenortes, zumindest für eine Nacht. Unglaublich!

Gegen 21 Uhr legte ich mich auf meine geliebte Matratze. Es waren wie jede Nacht schwülheiße 28 Grad und um wenigstens ein bisschen Sauerstoff im Auto zirkulieren zu lassen, liefen meine Ventilatoren auf Hochtouren. Die Dorfjugend drehte indes unüberhörbar ihre allabendlichen Runden mit Ihren knatternden Mopeds und obwohl es schwer war all dies zu ignorieren, fielen irgendwann endlich meine Augen zu.

22 Uhr wachte ich auf. Es juckte mich überall – Mückenalarm! Ich begab mich auf die Suche mit meinem wundervollen Mückentennisschläger, welcher eine ordentliche Stromladung abfeuern kann, und fand die Mücken schließlich, wie es sich gehört, Tod auf meinem nassen Bettlaken.

Gut, dass ich gerade jetzt aufgewacht war, denn es begann zu Regnen. Mit dem geöffneten Seitenschiebefenster bekomme ich zwar etwas mehr frische Luft ins Auto aber leider auch eine ordentliche Ladung Wasser. Also Scheibe zu und weiter schwitzen.

Die auf mein Dach prasselnden Regentropfen und die geringe Abkühlung genoss ich sehr. Mehrfach nickte ich ein aber irgendwie konnte ich trotzdem keinen tiefen Schlaf finden. Der nächste Grund war schnell ausgemacht: eine Kröte!

Offensichtlich war das feuchte Wetter eine gute Gelegenheit um mir mal so richtig auf den Wecker zu gehen! Das Quakkonzert wurde unüberhörbar laut, sogar mit Ohrstöpseln, bis tief ins Gehirn gequetscht, änderte sich nichts! Also musste ich 23:30 Uhr raus aus dem Auto und für Ruhe sorgen. Ich fand die doofe Kröte in einem offenen Abwasserkanal neben den Toiletten und schnappte mir einen Stein um ihr den Gar auszumachen! Ich warf diesen professionellen Krötentöter nach ihr, traf jedoch nicht und sie hüpfte in ein Rohr.

Zurück im Auto fiel es mir mittlerweile schwerer wieder innere Ruhe zu finden. Der Kröte offensichtlich auch. Sie zeigte sich unbeeindruckt und begann erneut mit der Ruhestörung. Was tun fragte ich mich. Damit Abfinden oder Wegfahren? Nö! Der Regen hörte auf und wieder stieg ich aus, um mir Luft zu machen.

Nachts schließe ich normalerweise alle Türen von innen ab und öffne nur eine Schiebetür zum Ein- und Aussteigen. So lies ich, auch dieses mal, die Tür 00:30 Uhr leise ins Schloss fallen, um nicht die Aufmerksamkeit der gerade eingetroffenen jungen Leute im Toilettenhäuschen auf mich zu ziehen. Sie schienen von der Kröte völlig unbeeindruckt und als ich da so genervt vor meinem Auto stand dachte ich: „wenn ich jetzt mit einem Stein rum schmeiße, sieht das wohl ziemlich albern aus“. Also doch zurück ins Auto und einen anderen Schlafplatz suchen!

Ich versuchte die Schiebetür zu öffnen und … es rührte sich nichts. Mr. Bushi hat manchmal die schlechte Angewohnheit seine Türen nach Laune zu blockieren. Mehrfach gab es diese Situation schon. Also wie gewohnt etwas randrücken oder mit den Fingern hinter die Tür greifen und kräftig ziehen. Hin und her, hin und her. Nicht dieses Mal. Der alte Sturrkopf war genauso einer wie ich! Verdammt.

Natürlich hatte ich kein Telefon, kein Werkzeug und schlimmer noch keinen Schlüssel dabei! Dafür begann es wieder zu regnen. Ich würgte lange verzweifelt an der Tür herum wie nichts Gutes, denn sie war die einzige Möglichkeit um in das Auto zu gelangen! Doch irgendwann schlich ein Dorfbewohner an meinem Auto vorbei und um nicht ganz bescheuert dazustehen, zündete ich mir ganz lässig eine Zigarette an, denn die hatte ich Gott sei Dank noch dabei!

So stand ich nun 1 Uhr nachts im Regen mit meiner Zigarette, die Kröten quakten munter weiter und überlegte, wie ich wieder in das verdammte Auto komme. Der ADAC war leider keine Option! Scheibe einschlagen? Hilfe rufen? Hier um die Uhrzeit?

Es gab nur eine Möglichkeit. In Deutschland bastelte ich mir damals ein gelochtes Blech mit Moskitonetz für Regentage, um eines der Seitenfenster geöffnet zu lassen und platzierte dieses einen Tag zuvor! Ich hatte es natürlich Einbruchsicher konstruiert. Zugegebenermaßen war mir das sehr gut gelungen. Ich drückte mit all meiner Kraft dagegen, zerrte und zog so gut es ging. Langsam verbog sich das Blech und einige Nieten gaben nach. Ich nahm meine Faust und schlug so fest es ging bis ich irgendwann das Blech komplett verbiegen und die Tür von Ihnen öffnen konnte. Da war ich also: Verschwitzt, genervt und hundemüde.

Ich startete den Motor, fuhr 3 min. zum nächsten Parkplatz und legte mich wieder hin. 2:00 Uhr in Malaysia. Ein ganz normaler Abend eines Overlanders.

Jungletrekking

Morgens 8:30 Uhr ging es für mich los. Die Flussüberfahrt kostete 0,30€, dauerte 30 Sekunden, die Nationalparkgebühr ungefähr 4€. Nachdem die Formalitäten erledigt waren ging ich schnurstracks zum Tree-Top-Walk, Eintritt 1,20€. Hier kann man auf 45m Höhe und 510m Länge die Baumwipfel beobachten und sich selbst in der Höhentauglichkeit austesten. Ich hatte Glück, ich war allein, denn wenig später trafen die Pauschaltouristen aus Deutschland ein und machten die gesamte Ruhe des Waldes zu Nichte.IMG_7908_blogIMG_7918_blog

IMG_7915_blogWeiter ging es über den Berg Bukit Teresek und dann immer dem Pfad folgend an einen Fluss mit Bademöglichkeit. IMG_7920_blog

IMG_7929_blogDas sind die letzten Fotos meiner geliebten, über viele Jahre treuen, Kamera. Ich steckte sie am Ende meiner Wanderung in die Hosentasche und rutschte auf einem Stein aus – natürlich fiel ich direkt auf das Display. Somit konnte ich nur noch „wild“ fotografieren aber nichts mehr sehen.IMG_7936_blogEs war wirklich eine super Wanderung, die ich jedem empfehlen kann. Ihr braucht keinen Guide, kein großes Equipment, solltet aber gutes Schuhwerk mitbringen, da der tropische Wald sehr feucht und rutschig ist. Die große Runde dauerte knapp 4,5 Stunden und ist sogar im Mapfactor Navigator free zu finden!

Zurück am Auto war es Mittagszeit und ich wollte der Hitze von 36Grad entfliehen. Normalerweise findet man überall in Südostasien kleine Restaurants an der Straße. Doof nur, wenn gerade Ramadan und somit alles geschlossen ist. Also fuhren Mr. Bushi und ich in Richtung Fraser´s Hill. Meine Engländer hatten mir davon berichtet: kühles europäisches Klima und eine tolle Aussicht auf 1600m Höhe. Hörte sich verlockend an.

Fraser´s Hill

Auf der Fahrt dorthin geschah es – Mr. Bushi knackte die 330.000km Grenze. Bin ich damit der erste im 4x4travel.org Forum? Der aufmerksame Leser kennt noch die 300.000km Taufe in der Mongolei!

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Jeriau Wasserfall nähe Fraser´s Hill

IMG_7968_blogIMG_7963_blogDer Abschied

Ich verbrachte auf dem Gipfel des Fraser´s Hill nur eine Nacht, denn ich musste nach Kuala Lumpur zurück. Ein wichtiger Termin, der schon vor Monaten geplant wurde, wollte eingehalten werden: Meine Rückkehr nach Deutschland und ein Überraschungsbesuch bei meinem Vater zum 60. Geburtstag. Einen ganzen Tag packte ich die restlichen Lebensmittel in Tüten, Mr. Bushi in eine Autoplane und verabschiedete mich damit für eine Weile von meinem Nomadenleben. Meine 14 monatige Reise nach Südostasien fand hier auf Terence´ Parkplatz vorerst ihr Ende. Ich habe viel gesehen, viel erlebt – Gutes und leider auch Schlechtes. Meine Eindrücke und Gedanken hatte ich hier dazu bereits zusammengefasst: http://90kmh.de/2016/03/16-1-wir-und-333-tage/

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Immer diese mikrigen Autoplanen – tztztzzz

Es ist ein gutes Gefühl nach Hause zurückkehren zu können. Ohne meine Eltern wäre dies nicht möglich und dafür bin ich ihnen sehr dankbar! Ich werde Freunde treffen, die ich lange vermisst habe, Fahrrad fahren, die frische Luft und das miese Wetter in Deutschland genießen. Mr. Bushi musste ich leider zurücklassen und kann nur hoffen, dass er das harte Klima in Malaysia gut überstehen wird. Ich werde zurückkommen und dann Mr. Bushi einen neuen Innenausbau verpassen müssen! Wann, wie und was ich dann weiter aus meinem neuen Leben machen werde steht noch in den Sternen. Vieles hat sich für mich verändert, Menschen ändern sich nunmal und neue Ziele müssen gesetzt werden. Doch eines steht für mich fest:

Die Welt ist groß und ich will sie entdecken!

vier_stunden_vor_dem_start_2015-04-16Danke an alle Leser

2 Kommentare

  1. Klaus

    Super Post und wahre Worte bei der Overlander Anekdote – da hab ich mitgefuehlt und war zugegebenermassen froh es mal nicht selbst zu sein den es getroffen hat 😀

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Danke Klaus. Solche Abende gab es leider doch des Öfteren 🙂 Übrigens finde ich ein Mückentennisschläger gehört zu den wichtigsten Weltenbummler-Utensilien!

      Antworten

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