16.2 HILFE FÜR SONINBOLOR

In Georgetown haben wir viel Zeit. Erst zusammen und nun jeder für sich. Gedanklich lassen wir die Reise Revue passieren. So viele Länder, so viele Straßen, so viele kilometerlange Erlebnisse reihen sich aneinander. Wir schauen noch ein Mal und noch ein Mal zu, wie ein rauschender Strom aus Erinnerungen an beeindruckenden Landschaften, fremden Städten,  Kulturen, Situationen und Begegnungen mit Menschen an uns vorbei zieht. Und gerade die persönlichen Begegnungen mit den Menschen bereichern eine Reise auf ganz besondere Weise, denn für eine kurze Zeit ist man nicht mehr nur Zuschauer, sondern Gesprächspartner, Gast oder Freund.

Die Begegnung mit Soninbolor gehörte zu den schönsten Begegnungen. In Ölgyi, in der kleinen Stadt im Westen der Mongolei, haben wir sie, nein, sie … sie hat uns am größten Supermarkt des Ortes aufgegabelt, als wir unsere letzten Tage in der Mongolei zählten. Völlig erstaunt sprachen wir mit ihr Deutsch am anderen Ende des eurasischen Kontinents. Sie half uns ihren Fleischer des Vertrauens zu finden, sie lud uns Fremde in ihre Jurte ein, wir feierten einen Kindergeburtstag, räumten ihren Computer auf, verschenkten deutsche Märchenfilme und schließlich nahmen wir sie über die russisch-mongolische Grenze nach Kosh-Agatsch mit (siehe Bericht Ölgyi und Tolbo Nuur).

Soni und wir

Soni und wir

Sie ist Deutschlehrerin und hatte im Rahmen eines Austauschprogrammes Deutsch in der Schweiz studiert.  Als wir sie besuchten, war sie im Begriff eine neue Stelle in einer Privatschule in Ölgyi anzutreten. Ihre erste, richtige Stelle als Lehrerin. Auf diese großartige Chance hatte sie sich unglaublich gefreut, denn gute Jobs sind rar in der Mongolei, ganz besonders außerhalb von Ulaanbataar und auch noch in dem Berufsfeld, dass sie erlernt hatte. Sie träumte von einem besseren Leben für ihre junge Familie, auf das sie mit dieser Stelle nun sparen konnte. Ein paar Monate später haben wir sie gefragt, wie es ihr ginge und sie schrieb uns, dass ihr die Arbeit mit den Kindern viel Spaß bereite.

Vor einigen Tagen jedoch erreichte uns eine Nachricht von Anita Fahrni, die verantwortlich für das Schweizer Austauschprogramm ist, im Rahmen dessen Soninbolor Deutsch studierte. Da ich die Zeilen nicht besser wiederholen kann, füge ich die Nachricht hier an.

Wer sich mit den Worten verbunden fühlt, möge Soninbolor mit einer Spende bis Ende Mai unterstützen. Wir sind es in jedem Falle!
Nicht nur Soni, sondern auch uns bereitet ihr damit eine große Freude!

Wir danken euch dafür herzlich!


Nachricht von Anita Fahrni-Minear, Swiss Program for Language Instruction and Teacher Training

Liebe Freunde,

Sie alle kennen Soninbolor, die Mongolin, welche 2009-2010 an der Pädagogischen Hochschule in Zug studiert hat. Sie haben Soninbolor entweder in der Schweiz oder in der Mongolei kennengelernt, als ihr Lehrer oder ihre Lehrerin, ihr Reisegast, ihre Gastgeberin oder ihre Bekannte. Nach ihrer Zeit in Zug hat Soninbolor ihren BA-Abschluss an der Uni Khovd gemacht. Danach, zurück in ihrem Heimatdorf Ulgii, hat Soninbolor geheiratet, eine Tochter geboren und Erfahrungen als kompetente Reiseleiterin gemacht. Jetzt unterrichtet sie Deutsch an einer Sekundarschule in Ulgii, zusammen mit einer anderen „Ehemaligen“, was mich sehr freut. Ich sehe Soninbolor fast jedes Jahr, wenn ich in Bayan Ulgii bin. Sie ist eine verantwortungsbewusste Frau, hilfsbereit und klug.

Nur wenige von Ihnen aber wissen, dass Soninbolor – auch nach einer Augenoperation in Luzern 2010 wegen „Glaukom“ – in einem Auge blind ist und jetzt riskiert, die Sehkraft im anderen Auge auch noch zu verlieren. Sie cachiert ihr Handicap gut und arbeitet tapfer, ohne zu klagen. Weder ihr Schuldirektor noch die Schülerinnen und Schüler wissen, dass sie nur sehr schlecht sieht. Im Moment aber ist es so weit, dass Soninbolor unbedingt eine zweite Operation haben sollte, dies nach Abklärungen mit dem Arzt, der sie schon damals in der Augenklinik in Luzern operiert hat. Wir möchten ihr eine Operation in der Schweiz ermöglichen, statt in Russland oder Ulaanbaatar. Wir möchten sie hier unter Freunden unterstützen können, an einem Ort, in einem Spital, das sie schon kennt und wo die medizinische Versorgung europäischen Standards entspricht.

Laut Berechnungen des Arztes, erstellt auf der Basis von Berichten und Bildern aus der Mongolei, wird die ambulante Behandlung und Operation in der Augenklinik Luzern etwa SFr. 8’000 kosten. Für die Reise von Ulgii in die Schweiz, möglicherweise auch für eine zweite Reise für die Nachkontrolle, rechnen wir mit SFr. 3’000, für Unvorhergesehenes mit etwa SFr. 2’000. Kost und Logis in der Schweiz werden von Familie Christen-Arnet in Baar übernommen. Sie sind Soninbolors damalige Gastfamilie und gute Freunde. Etwa SFr. 4’000 wurden schon gefunden. So müssen wir jetzt noch etwa SFr. 9‘000 zusammenbringen, um Soninbolor wenigstens noch ein paar Jahre Sehkraft zu schenken. Stiftungen werden angeschrieben, sowie kirchliche Kreise.

Deswegen schreibe ich Ihnen jetzt, mit der Bitte, uns zu helfen, Soninbolor diese Operation zu ermöglichen. Um Ihre Spende von den Steuern zu befreien, haben wir beim Sozialfonds der Katholischen Kirche St. Martin, Baar, ein Konto eröffnet, mit dem Vermerk „Soninbolor“:

Sozialdienst St. Martin
Sozialfonds
6340 Baar
CH83 8145 4000 0044 7040 8

BIC/SWIFT: RAIFCH22E54
Vermerk: „Soninbolor

Wer Soninbolor kennt, weiss, dass sie nicht wehleidig ist und selten reklamiert. Im Moment aber wird das Unterrichten für sie immer schwieriger, vor allem die administrativen Arbeiten, welche ihre Augen ermüden. Sie denkt sogar daran, ihre Stelle aufzugeben. Als engagierte, gut ausgebildete Lehrerin geniesst sie die Arbeit mit den Kindern. Schade wäre es, wenn sie diese aufgeben müsste.

Ich danke Ihnen für Ihr Verständnis und hoffe, dass Sie und vielleicht Freunde oder Verwandte von Ihnen uns und Soninbolor helfen können.

Mit bestem Dank und freundlichen Grüssen

Anita Fahrni-Minear,
Swiss Program for Language Instruction and Teacher Training
Kurzdorfstrasse 1 8500 Frauenfeld
a.fahrni@clinch.ch

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