15.2 THAILAND TEIL 2

Shambala Festival

Am 11.02.2016 trafen Matze und ich die Schweizer Sandra und Markus (www.mitdembulliumdiewelt.de) im Spicy Thai Backpackers in Chiang Mai. Dort durften wir wieder im Vorgarten des Hostels für 150 Baht auf einer richtigen Wiese parken. Was für ein Erlebnis. Es war wunderbar endlich mal ein paar andere Overlander, nach so vielen Monaten, zu sehen und zu sprechen. Die Beiden reisen schon sehr lange, davon 14 Monate allein in Südostasien, und ich war schwer beeindruckt von ihrem Bulli. Beneidenswert wenn man aufrecht in seinem Auto stehen kann und nicht immer einen buckeligen Rücken macht. Sie waren der Grund warum wir wieder hier waren, zum dritten mal schon. Denn gemeinsam starteten wir am nächsten Tag zum Shambala Festival in Chiang Dao. Die Location war übrigends auf demselben Areal, wo wir schon vor 2 Wochen mit dem Kindercamp waren. Es handelt sich dabei um ein japanisches Hippiefestival, welches es bereits seit 8 Jahren gibt und sich als Musik- und Kunstfestival bezeichnet. Was davon zutrifft später mehr.

Der grüne Bulli der Schweizer ist luftgekühlt und so fährt Markus nicht nach Geschwindigkeit sondern nach Temperaturanzeige, wie er sagt. Fand ich witzig, hatte ich dieses Phänomen doch in Kasachstan, aber auch nur weil bei uns der Viskolüfter hinüber war. So rollten wir nach langen 3 Stunden Fahrt – für 80 km Autobahn – auf das Festivalgelände. Das nennt man gemütliches Reisen.

IMG_6964_blogWir fanden sofort einen schattigen Platz und wollten gerade das erste Bier geniessen, da ermahnte man uns doch bitte auf den Parkplatz zu fahren. Typisch Asien. Wir waren hier die einzigen Hippies, wie früher, die mit dem Auto anreisten und sollten nun vom Campingplatz runter, denn das Festivalgelände ist ja nur für Zelte. Also genau der Ort, wo wir vor nicht allzu langer Zeit noch mit unserem Auto übernachteten. Alle wollen immer Fotos mit uns machen, erzählen uns wie toll wir doch sind aber niemand will uns vor seiner Nase.

IMG_6970_blogIn den kommenden Tagen wurden immer wieder neue Regeln aufgetan, Musik unterbrochen, Durchsagen gemacht, auf dieses und jenes hingewiesen. Tue dies nicht und mache nur das, aber alles total easy hier. Ich hab mir Hippie-sein immer anders vorgestellt.

IMG_6992_blogDie Bands waren zum Großteil Japaner. Einige sehr gute zum Teil. Es gab 2 Bühnen, wobei die eine tagsüber und die andere abends bis 22 Uhr bespielt wurde. Auffällig war, dass die Namen der Bands sich immer änderten, nur die Musiker teilweise die Gleichen waren. So konnte es sein, dass wir denselben Typen zwei- oder dreimal am Tag hörten. Ausserdem waren einige der selbsternannten Musiker doch ziemlich „stoned“ und ob das fabrizierte Geklimper und Geleier noch in eine Stilschubalde passte, hielt ich eher für fraglich.

IMG_6976_blogMatze hatte den „Hepopa“ Schlachtruf des Festivals (was auch immer das sollte) irgendwann richtig gut raus, wir befolgten alle Regeln und verbrachten ein paar nette Tage mit unseren Freunden, auf dem Parkplatz. Es war schön endlich mal nichts zu tun, der für mich absolut neuen japanischen Musik zu lauschen und Bier zu trinken. Die Anlage ist wirklich ein kleines Idyll, umringt vom Berg des Doi Chang Dao, mit 2186m der höchste Berg in Nordthailand, und vielen grünen Bäumen und Bambus. Die Luft war frisch, das Essen gut, ich mochte es, auch wenn ich ein merkwürdiges Bauchgefühl hatte, welches sich Wochen später als berechtigt erwies.

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Gegrilltes vom Lagerfeuer mit Stockbrot

Gegrilltes vom Lagerfeuer mit Stockbrot

Natürlich gab es Workshops und Kunst. Das heißt eigentlich nur die von Aussteigern geflochtenen Armbänder, wie überall, und den normalen Klimperkram aus Thailand. Bin ich so ein Kunstbanause? Einen Workshop, zu dem Zeitpunkt der Einzige, habe ich dann doch mitgenommen. YOGA. Start 8:30 Uhr, Dauer 2 Stunden. Ich gebe zu, dass diese Art von Bewegung total bescheuert aussieht, selbst bei den Übungen musste ich lachen, aber es ist sehr angenehm, wenn der Schmerz nachlässt. Ich werd das mal weiter verfolgen …

Nächster Zielort unserer Reise war schon wieder Chiangmai. Dieses mal zur Verlängerung meiner Autozulassung, zum Einkaufen und Tanken. Als Tip für alle anderen Overlander: OHNE Autoversicherung bekommt ihr hier keinen Stempel! Es hat mich viele Nerven und Rennereien gekostet, weil man es mir an der Grenze nicht mitgeteilt hatte, diese im Nachhinein zu erhalten, denn es ist fast unmöglich! Also holt sie Euch sofort bei Grenzübertritt an einer der dortigen Buden!

Sukothai´s Geschichtspark

Wir fuhren in der Dunkelheit weiter bis nach Sukothai und übernachteten direkt neben einer riesigen Stupa, auf einem wundervollen Stellplatz, den schon die Lehmanns auf ihrer Weltreise mit einem L300 für sich entdeckten. Sukothai´s Geschichtspark, welcher von 1283 bis 1583 das erste Königreich Thailands darstellte und sich heute UNESCO Weltkulturerbe nennen darf, besteht hauptsächlich aus vielen alten Sandsteinruinen auf einer Fläche von 2 x 1,6 km Größe. Matze und ich mieteten uns also am nächsten Tag ein Fahrrad, Bewegung tut gut, besichtigten alles in und weit außerhalb des Geländes bei 35 Grad im Schatten und kehrten trotzdem schneller zurück als gedacht. Irgendwie war ich sattgesehen von diesen alten Bauwerken. Sie beeindruckten mich nicht mehr! Zuviele Touris, zu wenig Authentizität. Eine thailändische Gelddruckmaschine. Denn Ausländer zahlen 100 Baht, Einheimische 30 Baht. Wahrscheinlich hatte ich die Schönheit dieser Anlage nicht richtig gesehen, war zu sehr mit meinen Gedanken bei Sarah oder bin dann doch schon zu lange unterwegs um noch beeindruckt zu werden.

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Bangkok

Wir wollten ja sowieso schneller nach Bangkok und alles erledigen, bevor es endlich Richtung Strand gehen sollte. Also rein in diese 6,4 Mio. Einwohnermetropole und schnell ins Hotel. So der Plan. Es war dann doch nicht so einfach. Kilometerlange Staus, eine Affenhitze und ein nicht zu durchschaubares Autobahnnetz brachten unsere Körper zum kompletten Entwässern und das erste mal mein Navi zum kollabieren. Wir fanden letztlich das Penpark Hotel und ich bin Matze heute sehr dankbar für seine Entscheidung zu dem klimtisierten Zimmer! Ich bin immer zu Knauserig. In Bangkok verbrachten zunächst wir beide, dann ich alleine, die kommenden Tage damit einen Reparateur oder Händler für meinen kaputten WAECO Kühlschrank zu finden. Die Antwort war unbefriedigend. Reparatur unmöglich, Neuteil gerne, dann aber nur die halbe Größe, dafür 1/3 teurer als meine alte Box. Welcome to Asia.

Wo findet man in Deutschland 16 Spuren?

Wo findet man in Deutschland 16 Spuren?

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Links der Neue, rechts mein Alter – guter Deal?

Sightseeing gabs von meiner Seite keines. Ich kannte die Stadt schon ziemlich gut von meinen vorherigen Besuchen und denke, dass mich hier, auch wenn ich die Stadt sehr mag, nichts mehr vom Hocker reist. Obwohl es gab da noch etwas – eine Skybar.

20160219_181943_blogWir entschieden uns für einen gediegenen Abend in den Lebua Towers. Dieser Ort ist kein Unbekannter, wurde doch hier der fürchterliche Film Hangover 2 und DSDS mit Dieter gedreht. Im 64. Stock genossen wir ein paar Bierchen und Cocktails, angemessen bei diesem atemberaubenden Ausblick.

Handyfoto - leider unscharf

Handyfoto – leider unscharf

Schön wars. Danke Matze! Ich hoffe die Rechnung von über 2000 Baht holst du wieder rein 🙂 Vemutlich die teuersten Getränke seines/ unseres Lebens! Wenn ihr auch mal die Lust verspüren solltet Euch den Wind Bangkok´s um die Nase wehen zu lassen, dann gilt es einige Auflagen beim Eintritt in die Bar zu beachten: geschlossenes Schuhwerk, lange Hosen, keine Trägertops (hat sich Matze dran gehalten) und keine Fotos von den Gästen.

Khao Sam Roi Yot Nationalpark

Genug Stadtleben, ich wollte zurück in die Natur. Ich fragte Matze einige Wochen zuvor was er denn gerne sehen möchte. Wordkarg wie er nunmal ist, gabs nur Achselzucken. Nach ein wenig Überredungskunst kramte er dennoch endlich seinen unbenutzten Reiseführer hervor, blätterte ein bisschen und siehe da, wir fahren in den Nationalpark Khao Sam Roi Yot. Gute Entscheidung! Der Name des Parks heißt übersetzt, der Berg mit 300 Gipfeln. Eine wundervolle grüne Landschaft, vielen noch wildbewachsenen Bergen und freundlichen kleinen Dörfern, wo wir uns frische regionale Mangos und Melonen kauften.

IMG_7025_blogIch hatte von diesem Park noch nie etwas gehört, obwohl dies der erste Marinepark in Thailand ist. Unbeeindruckt davon wollten wir zunächst nur die Höhlen erkunden. Der Eintritt beträgt für den gesamten Park für 5 Tage 200 Baht pro Person.

So starteten wir unsere Wanderung zur ersten und bekanntesten Höhle der Phraya Nakhon zur besten Tageszeit. 10:30 Uhr! Es gibt die Option ein Boot zu chartern und damit um den ersten Hügel herumzufahren und an den Strand vor der Höhle anzulanden. Nicht mir uns, wir wollten uns bewegen. Eine Stunde dauerte die Bewältigung dessen, mit nicht zu unterschätzenden Höhen. Der erreichte Strand sah einladend aus, zumal wir absolut durchgeschwitzt waren und ärgerten uns keine Badehose mitgenommen zu haben. Wenn ihr hier auch mal herkommen wollt, es können Zelte und Unterkünfte gemietet werden. Eine wirklich sehr schöne Anlage.

IMG_7047_blogEs war viel los an diesem Tag. Menschenmassen zwängten sich den anschliessenden sehr steilen Anstieg 2 Stunden lang zur Höhle hinauf und später wieder hinunter. Die Luftfeuchtigkeit gegen 12 Uhr nahm erheblich zu. Wir waren beide so nass und fertig, wie noch nie in unserem ganzen Leben zuvor! Doch wir wurden belohnt.

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Nach dieser Tortour machten wir uns auf den gleichen Rückweg und fuhren schnurstracks zur zweiten Höhle mit dem Namen Sai, welche niemand ausser uns zu besuchen schien und genauso beeindruckend war, dann weiter zu dem Campingplatz des Parks.

Höhle Sai

Höhle Sai

Dort verbrachten wir 4 Tage. Gerne wären wir länger geblieben, waren wir doch fast alleine, wenn nicht diese nervigen Nationalparkmitarbeiter gewesen wären. Am ersten Tag lies man uns in Ruhe auf der Freifläche stehen, dann kam jeden Tag mehrfach ein anderer Mitarbeiter, bat uns wegzufahren, dann zu bleiben, dann 6 Uhr morgens am Auto zu klopfen und das Geld für das Campen zu kassieren. Einer war so penetrant und hielt den armen Matze bei seinem Toilettengang auf. Thailand wie wir es kennen.

IMG_7061_blogBankrut

Unser Termin mit Sarah´s Rückkehr ins Auto und damit Matzes Umzug in ein nettes Häuschen am Strand rückte näher. So fuhren wir nach Bankrut. Dieser charmante kleine Ort am Golf von Thailand wird hauptsächlich von älteren Langzeiturlaubern besucht. Hier gibt es ein paar Bungalowanlagen, einen Supermarkt, einen sehr guten Obst- und Gemüsemarkt am Morgen zwischen 6-9:00 Uhr neben dem Bahnhof und jede Menge Sand! Das wars! Toll.

... und wir haben es ja kommen sehen. Festgefahren.

… und wir haben es ja kommen sehen. Festgefahren.

So fanden wir bei ioverlander einen netten Stellplatz am Meer und genossen ein paar Tage die Gesellschaft von 2 Dresdnern mit ihrem VW T4. Erstaunlich mit was für Autos die Menschen so die Welt bereisen. Zusätzlich gesellte sich einen Abend ein Finnländer, welcher mit seiner Angelroute und seinem Fahrrad unterwegs ist, zu uns. Er konnte sich an mich erinnern, denn wir trafen ihn schonmal in Tajikistan auf dem Pamir Highway. Das ist 6 Monate her! Was für ein durchgeknallter, netter Typ. Er erzählte uns, dass er so eine lange Weltreise zum letzten Mal machen kann, da er in ein paar Monaten eine Herzoperation erhalten wird, was für ihn bedeutet, dass er sich danach größeren Anstrengungen nicht mehr aussetzen darf. Die genauen Ursachen wollte ich nicht erfragen, ich denke das ist etwas sehr persönliches. Ich wünsche ihm auf jeden Fall alles Gute!

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Alltag

Alltag

Matze´s Traumhaus für ein paar Tage

Matze´s Traumhaus für ein paar Tage

Ko Kho Khao

Zu dritt fahren wir ein paar Tage später weiter auf die Insel Ko Kho Khao an der Westküste Thailands. Die Autofähre bringt uns für 150 Baht über den Fluss und 14 km weiter stehen wir am Nordweststrand.

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Auf der Fähre

Hier schlagen wir buchstäblich unser Zeltlager auf. Gehen Baden im Meer, Duschen im Restaurant nebenan, trinken Bierchen und genießen den endlosen, fast menschenleeren Strand.

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Keiner da

Keiner da

Matze´s Urlaubsende nahte, wir mussten also nach Phuket zum Flughafen.

Wir stopften seinen Rucksack voll mit unseren Souvenirs (vielen Dank nochmal), nicht mehr benötigten Klamotten und verabschiedeten uns kurz und schmerzlos. Denn ich weiß, wir sehen uns bald wieder! Matze, es war eine super Zeit mit Dir und ich freue mich Dich als Freund zu haben! Komm bald zurück, ich hab immer Platz für Dich! Prost!

1 Kommentar

  1. Matze

    !Prost! Müllerchen.
    Es war ne super Zeit, mit vielen tollen Erlebnissen.
    Leider verging die Zeit mal wieder wie im Flug, aber der
    nächste Urlaub kommt 😉
    Auf bald mein Bester.
    Gruß Matze

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