15.1. THAILAND´S NORDEN

Hallo liebe Freunde und Blogleser/innen,

die meisten von Euch kennen mich persönlich, andere nur von den Fotos. Bislang bin ich in schriftlicher Form nicht in Erscheinung getreten, da Sarah diesen Blog mit unglaublich viel Mühe und wunderbaren Ideen immer am Leben und Euch bei Laune gehalten hat. Nun ist jedoch der Zeitpunkt gekommen selbst Hand anzulegen, etwas über meine Erlebnisse als Thomas zu berichten, gegen das Vergessen (wie Sarah immer so schön sagt) und für diesen unglaublich guten (Matsch&Piste Award) Reiseblog.

Einen Bericht zu unserer Myanmarquerung und zu den Grenzformalitäten wird Euch Sarah sicher in ein paar Wochen nachreichen. Sie befindet sich derzeit in einem Meditationskurs in Nordthailand und so kam es mir natürlich sehr gelegen, dass mich Matze aus Kiel besuchte und auch noch für die nächsten 6 Wochen mit mir reisen möchte. Am 01.02.2016 holte ich ihn abends in Chiangmai im Norden Thailands vom Flughafen ab. Leider ging sein Gepäck in Bangkok, inklusive meiner bestellten Autoersatzteile und der äußerst wichtigen Kaffeelieferung aus Deutschland, verloren, wurde aber glücklicherweise am nächsten Tag per Flugzeug nachgeliefert. Das Tat dem ersten Bierabend mit einem sehr guten Freund aber selbstverständlich keinen Abbruch.

Endlich frei … nur ohne Gepäck

So schmiedeten wir den nächsten Tag Pläne für die kommenden Wochen, wohlwissend, dass die Hälfte davon nicht schaffbar ist. Unseren ersten Nationalpark, den Chiang Dao, erreichten wir dann doch relativ schnell und übernachteten prompt im dazugehörigen Camp. Hier erwartete uns, trotz ungehörter Warnung des Besitzers, eine Horde Kinder aus der Home School Organisation. Ein Vater erklärte mir, dass in Thailand, unter bestimmten Voraussetzungen, Eltern ihre Kinder selbst unterrichten und auch selbst entscheiden dürften, welchen Lehrstoff sie ihnen vermitteln möchten. Alle Kinder erhalten am Ende ihrer „Schulzeit“ ein Zertifikat von ihren Eltern und somit ebenfalls die Möglichkeit an einer Universität studieren zu dürfen. Sehr interessant!

Frühstück mit Ausblick

Als es uns dann mit den 30 Kindern und den kichernden Eltern abends zu bunt wurde, machten wir uns auf den Weg zu den heißen Quellen. Hier gabs kostenlose Schwefelbäder, wobei wir zwischen verschiedenen Temperaturstufen entscheiden durften. Das Wasser wurde aus einem kleinen Bach durch Rohre von einem in das nächste Becken geleitet und kühlte sich somit stetig ab. Als richtig harte Kerle stiegen wir natürlich in die heißesten … äähhh die kältesten Becken.

Eigentlich wollten wir gerne die nächsten Tage wandern gehen, hatten uns aber natürlich nicht richtig über die Gegebenheiten vor Ort informiert. Eine Besteigung des höchsten Berges in dieser Region, als einzige Option, fiel für uns flach, da es einfach zu heiß war und somit schlenderten wir eben nur durch ein kleines Höhlensystem und fuhren weiter in Richtung Huai Nam Dang Nationalpark. Dorthin führt eine Strecke durch das Hinterland, vorbei an (nicht wie sonst für Touris aufgemotzten) Hilltribe Dörfern und kleinen Flüssen, welche wir jedem an Herz legen möchten. Ein 4WD ist nicht nötig aber seit euch bewusst, dass die Steigungen es in sich haben. Noch schöner ist, dass man sich so die Nationalparkgebühr von 300 Baht pro Person sparen kann! Auf 1700m wurde es dann auch recht kühl und windig, sodass unser erstes Lagerfeuer der perfekte Abschluss war. Wanderungen leider auch hier Fehlanzeige.

Höhlenwanderung

IMG_6915In Pai, dem größten Ort in dieser Gegend, mit einer schönen Erkältung eingetrudelt, nahmen wir sogleich meinen alten, von vor 1. Woche besuchten, Stellplatz am Pai Fluss am Pai Park Hotel in Beschlag. Ausser den klassischen Backpackern, welche wir ofmals schon um 12 Uhr mit einer Bierflasche und Oberkörper frei, bestaunen durften gibt es zu dieser Jahreszeit nicht viel zu entdecken. Die Trockenzeit zwingt die Bäume ihr Laub abzuwerfen und die Wasserfälle sind fast ausgetrocknet. Dennoch ist der Ort ganz nett um am kühlen Fluss als Mann, Mann sein zu dürfen. Was macht Mann also? Wir backten Brot, Kuchen, kochten fleißig und tranken Kaffee. Am Abend fanden wir dann auch noch „unsere“ Spirit Bar. Von halbwegs Gleichatrigen umgeben lauschten wir 2 Abende einer Gitarre spielenden Israelin mit einer wahnsinns Stimme und genossen das ein oder andere Bierchen.

IMG_6939

Sutongpe Bambusbrücke

Sutongpe Bambusbrücke

Mae Hong Son von oben, Wat Phra That Doi Kong Mu

Mae Hong Son von oben, Wat Phra That Doi Kong Mu

Ruhe!

Ruhe!

Vernebeltes Frühstück

Vernebeltes Frühstück

IMG_6937

Hot Springs Ban Pha Phot

Hot Springs Ban Pha Phot

Wat Chong Kham

Wat Chong Kham

Weiter gings auf den Mae Hong Son Loop, welcher uns nach Chiangmai zurückführen wird. Diese klassische Bergpanorama-Strecke, von vielen mit dem Moped befahren, hat 1864 Kurven und ist knapp 800km lang. Angekommen im überraschend schönen Mae Hong Son, habe ich nach vielen Gesprächen mit der Polizei und einem Versicherungsbüro vor Ort, nun endlich meine wichtige Autoversicherung abschliessen können. Die wurde uns damals an der Grenze von Myanmar kommend nämlich nicht abverlangt, jedoch wenn ich das Auto in Thailand führen möchte, eine absolute Pflicht ist.

IMG_6949

Elefantös

Im letzten Nationalpark, dem Ob Lung, auf unserer großen Runde, dem Highway 1263 folgend, angekommen, unternahmen wir endlich eine 3km Wanderung entlang der Schlucht und des gleichnamigen Flusses.

Nach der Maisernte ist nur noch Steppe übrig

Nach der Maisernte ist nur noch Steppe übrig

IMG_6961 IMG_6958

Eigentlich wollten wir hier campieren aber die Mücken ließen uns einfach nicht in Ruhe. Somit entschlossen wir uns schweren Herzens nach Chiangmai zurückzufahren, erledigten dort unsere Einkäufe, holten ein Päckchen aus Nepal mit Teilen für meine Kühlbox ab und genossen den klimatisierten Einkauf im Supermarkt. Auf unserem Guesthouse Parkplatz kamen wir dann abends noch kurz mit einem Amerikaner ins Gespräch (sind ja immer sehr „offen“ für andere Kulturen) der verwundert fragte, wie wir denn von Deutschland hierher fahren konnten. Ich erklärte ihm alles aber er verstand nicht, wie wir das Wasser durchqueren konnten. Da fragte ich welches Wasser denn … und er meinte nur, dass wir doch hier auf einer asiatischen Insel wären und er geographisch nicht so belesen ist. Matze und ich hoffen nun beide, dass dieser junge Mann nicht als nächster Präsident Amerikas kandidieren wird.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.