15.0 GRENZGESCHICHTEN

GRENZE MYAWADDY – MAE SOT oder MYANMAR – THAILAND

Am 18. Januar 2016 fahren wir circa 240 Kilometer bis zur Grenze. Die letzten 50 bis 100 Kilometer bis dorthin wurden von den Thais erneuert. Das bedeutet, wir erleben eine astreine Asphaltstraße, wie wir sie seit dem Highway zwischen Islamabad und Lahore in Pakistan nicht mehr gesehen haben. Das ist vier Monate her. Es herrscht Ruhe im Auto und wir fahren mehr als 90 Kilometer pro Stunde!

Die Ausreiseformalitäten auf burmesischer Seite verlaufen mühelos. Wir brauchen uns ja um nichts zu kümmern. Das machen Kyaw und Ethan. Heute kommt sogar unser Offizier zum Zuge, der bislang kaum einen Mucks gesagt hat und immer sehr zufrieden beim üppigen Mittagsmahl aussah. Er muss Dokumente unterzeichnen. Wahrscheinlich handelt es sich um die Bestätigungen, dass die Tour nun vorbei ist und wieder zwei Ausländer ohne Zwischenfälle aus dem Land geleitet wurden. Da wir nicht aufpassen müssen, wie wo was passiert, habe ich mir den Rest, also wo wir in welches Häuschen müssen und so weiter, nicht mehr so genau gemerkt. Thomas kann sich heute (am 22. März 2016) auch nicht mehr daran erinnern. Wen wundert’s. Die Offiziere, die unser Auto zum Schluss kontrollieren wollen, trauen sich nicht, uns anzusprechen. Wir drehen ihnen den Rücken zu und quatschen noch eine Weile mit unseren vier Jungs, von denen wir uns verabschieden und ihnen nur das Beste wünschen. Dann fahren wir, ohne Kontrolle, über den Fluss Taungyin nach Thailand.

Wenn man den Immigrationsschalter für die ausländischen Gäste auf der thailändischen Seite gefunden hat, verläuft alles sehr zügig. Takhi parken wir auf der linken Fahrspur. Wir haben wieder Linksverkehr. Es reihen sich mehrere Schalter hintereinander. Es gibt nur einen für Ausländer und der ist ziemlich weit hinten. Dort angekommen füllen wir die Immigrationskarten aus, reichen sie der liebenswerten Beamtin hinter einer Glasscheibe nebst Pässen durch und erhalten einen Einreisestempel für 30 Tage Aufenthaltsdauer. Wir freuen uns sehr darüber, denn die meisten Nationen bekommen nur ein “Visa on Arrival” über 15 Tage bei der Einreise über Land. Deutschland aber gehört zu den G7 Staaten, genauso wie die USA, UK, Frankreich, Kanada, Italien und Japan,  die offenbar alle in den Genuss von 30 Tagen kommen dürfen. Der Stempel kostet nichts.

Auch die Einfuhr des Fahrzeugs kostet nichts. Wir sollen dem “auch sehr netten” Beamten vom Zoll, der ein paar Türen geradeaus weiter sitzt, das Carnét zeigen. Thomas zögert noch, denn eigentlich wollen wir ohne Carnét einreisen, da für Thailand keines verlangt wird. Er möchte es auf keinen Fall abstempeln lassen. Trotzdem sollen wir es zeigen, damit der Herr Beamte die Fahrzeugdaten in sein Karteisystem eintragen kann. Na gut. Die Gemüter sowohl bei uns als auch hinterm Schalter beruhigen sich wieder. Wir erhalten ein temporäres Einfuhrpapier für das Fahrzeug zurück, das ab heute für einen Monat gültig ist. Wir wissen jetzt schon, dass wir es in jedem Fall um einen weiteren Monat bei einer Behörde in Chiang Mai oder sonst wo verlängern wollen und können. Früher ging das problemlos bis zu einem halben Jahr, heute leider nicht mehr. Man muss erst Thailand verlassen und wieder reinfahren, um sein Fahrzeug im Land behalten zu können, das gleiche gilt auch für das Visum. Ein Visa Run fürs Fahrzeug sozusagen.

Auch der Wert unseres Fahrzeugs, der im Carnét steht, wurde übernommen und auf das Vierfache erhöht. Das ist so üblich. Na prima. Falls wir also einen Verkauf des Fahrzeugs in Thailand in Betracht ziehen wollen würden, müssten wir erst mal diesen vierfachen Wert als Steuern und Importgebühren an den Staat entrichten, um dann einen Käufer zu finden, der uns diesen Wert plus den eigentlichen Fahrzeugwert anbietet. Das können wir getrost vergessen. Wir gehen mit allen Papieren in der Hand zum Auto zurück und fahren ebenfalls ohne Kontrolle des Fahrzeugs in das Land des angeblichen Lächelns ein.

Doch Steuern und Verkaufspreise sollen uns erst einmal nicht weiter interessieren. Unsere volle Aufmerksamkeit richtet sich stattdessen auf einen 7eleven-Laden in Mae Sot, vielversprechend für echten Kaffee und … zwei MAGNUMEIS!!! Thailand hat doch neben den guten Straßen so manche Vorzüge, von denen wir sehr lange geträumt haben …

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