8.2 BISHKEK II

Für Bishkek haben wir folgenden Plan geschmiedet:

4. September

  1. Wechsel vom Tunduk ins USSR Hostel und Auto ausräumen
  2. Mit Sasha treffen und zu Dima in die Werkstatt fahren, Lagebesprechung
  3. Zu Mrs. Liu fahren und den Visaantrag für den 7. September vorbereiten
  4. Abends mit den Aussies treffen und Essen gehen

5. und 6. September

  1. Wochenende im Ala Archa Nationalpark verbringen
  2. Yak-Steak grillen
  3. Sonntagnacht in die inoffizielle Einlassliste der chinesischen Botschaft eintragen

7. September

  1. Visaantrag in der chinesischen Botschaft abgeben
  2. Kühlbox zur Reparatur abgeben
  3. Auto zu Dima zur Reparatur abgeben
  4. Ausruhen

8. bis 11. September

  1. Auf Auto und Visa im Hostel warten bis sie am Ende der Woche abholbereit sind
  2. die Familie anrufen, Souvenirs kaufen, Matratze und Wäsche waschen … etc.
Ala Archa Canyon

Ala Archa Canyon

Der 4. September verläuft prinzipiell reibungslos. Der Wechsel ins USSR-Hostel ist schnell vollzogen. Sasha gabeln wir wieder am bewährten Treffpunkt an der Karla Marksa auf, wo wir ihn zum ersten Mal auf dem Weg zu Dima abgeholt haben. Trotz seiner Sommergrippe fährt er mit uns zur Werkstatt, um unsere Anliegen zu übersetzen. Das wissen wir sehr zu schätzen. Thomas hat bereits eine Liste mit Problemchen zur Hand, die wir noch vor China überholt haben wollen. Nicht viel angesichts der schlechten Straßen in den Pamirs, doch so manches holt uns immer wieder ein:

  • die Lenkung kontrollieren und justieren,
  • die Silent Blocks der Blattfedern erneuern,
  • Schalter für das Rückfahrlicht wieder anklemmen,
  • neues Magnetspülventil einbauen
  • ein kompletter Ölwechsel

Die nur noch halb existenten Silentblocks, auf denen die Blattfedern hinten lagern, sind mal wieder das Hauptproblem. Dima unterbreitet uns den Vorschlag, statt einer schlechten Second Hand Variante die Gummipuffer aus recycelten Karmasreifen spezialanfertigen zu lassen. Das soll ewig halten. Dieses Argument überzeugt. Da derjenige, der diese Teile anfertigt, aber nur drei Tage in der Woche arbeitet, könnte sich Takhis Aufenthalt um ein paar Tage verzögern und bis Ende der Woche in der Werkstatt stehen. Kein Problem, erwidern wir Dima, wir müssen ohnehin fünf Tage auf unsere chinesischen Visen warten. Zum Schluss fällt Thomas noch etwas ein, das kontrolliert werden könnte: die Kupplung. Seit die Australier plötzlich ihre Kupplung in Bishkek tauschen lassen mussten, kommen wir auch ins Grübeln, wieso sich der Rückwärtsgang immer schwerer schalten lässt. Wir hatten zwar immer das Getriebe Kopf, hatten zwischendurch selbst die Kupplung getestet, doch der bevorstehende chinesische TÜV-Test lässt uns nicht in Ruhe. Dima setzt sich sofort in unser Auto, kuppelt und schaltet eine Weile hin und her – sogar der Rückwärtsgang schnarrt in bekannten Tönen – steigt wieder aus und meint, dass ein sofortiger Austausch der Kupplung noch nicht unbedingt notwendig wäre, doch die Abnutzung bereits zu spüren sei. Also: raus das Ding und eine neue rein. Lieber jetzt, als in China oder Pakistan. Lieber bei jemandem, dessen Arbeit wir schon kennen als bei jemandem, den wir gar nicht kennen. Wir geben Takhi Montagmittag ab und hoffen auf eine Rückgabe am Freitagnachmittag.

Na, wo ist denn der Thomas?

Na, wo ist denn der Thomas?

Nachdem wir Sasha wieder nach Hause gebracht und mit deutschem Erkältungstee versorgt haben, fahren wir direkt in das Büro von Mrs. Liu in der Chuy Prosp. 142. Angesichts des Zeitmangels von nur noch knapp anderthalb Wochen bis zur Einreise nach China haben wir uns nach etlichen Überlegungen doch für die Unterstützung durch einen Agenten bei der Antragstellung des chinesischen Visums  entschieden. Vor einem Monat haben wir durch Kyrgyz Concept herausfinden können, dass unsere Unterlagen vollständig seien. Essentiell für die Antragstellung im Ausland ist der Letter of Invitation (kurz: LOI) im Original, den wir von unserer chinesischen Reiseagentur erhalten haben. Doch auch Kyrgyz Concept (und wie drei weitere) hätte einen erfolgreichen Antrag nur mit ihren eigens ausgestellten LOIs garantiert. Deshalb ist die Antragstellung mit Hilfe einer Agentur immer sehr teuer. Mit 140 bis 200 US Dollar muss in Bishkek gerechnet werden.

Nach allem, was wir über Mrs. Liu gelesen und gehört haben, wollten wir keine Geschäfte mit ihr machen. Doch sie blieb die einzige, die in den LOIs unserer Reiseagentur kein Problem sah. Die Aussicht auf ein Ersparnis von 60 US Dollar pro Person erschlug jedes Argument gegen sie. Es war ein fairer Preis, den sie uns nach einigem Verhandeln anbot: 140 US Dollar für zwei Visen und ihren Service. Deshalb sitzen wir am Freitagabend, den 4. September, wieder bei Mrs. Liu und füllen mit ihr gemeinsam den Antrag aus. Von ihr erfahren wir schließlich, dass wir uns am Montag in aller Herrgottsfrühe, am besten noch Sonntagnacht, auf eine inoffizielle Einlassliste an der Botschaft eintragen müssen. Anschließend sollen wir ihr Bescheid sagen, an welcher Position wir sind. Sie würde dann zu gegebener Zeit zur Botschaft kommen und uns unterstützen. Die Australier hatten uns bereits von der Liste vorgewarnt. Bei ihnen ging die Antragstellung deshalb fast in die Hose. Bei georgischen Rotwein und gegrilltem Gemüse im Purpur sind die kuriosen Praktiken vor und in der Chinesischen Botschaft gesprächsfüllend für einen ganzen Abend mit Lisa und Darren. Die Fahrt nach Hause bleibt ebenfalls im Gespräch: in die Fahrerkabine des Landcruisers passen definitiv vier bekloppte Personen anstatt zwei. Aber bitte keine Nachfragen, wie das wohl funktioniert!

ALA ARCHA NP

Über das Wochenende gibt es für uns nicht viel in Bishkek zu erledigen. Deshalb nutzen wir die Zeit, um wieder im Freien zu schlafen. Der Ala Archa Nationalpark, etwa 30 Kilometer südlich von Bishkek gelegen, bietet sich für diese Gelegenheit geradezu an. Für einen Nationalpark fallen fast immer Eintrittsgebühren an, so auch diesmal, 600 Som pro Fahrzeug. Touristen bezahlen ja immer gerne Eintrittsgelder, wenn es um den Schutz der Natur geht, doch in diesen Ländern hat es einen faden Beigeschmack, denn niemand weiß tatsächlich, wohin das Geld fließt. In die Instandhaltung der Infrastruktur des Parks jedenfalls nicht, denn sonst könnten wir eine bestimmt wunderschöne Wanderung zum Adygene-Gletscher unternehmen. Doch die Brücke fehlt, und das nicht erst seit gestern. So sehen wir uns gezwungen, die Wanderung zu einem Wasserfall unterhalb der Ratsek Hütte zweimal zu gehen, einmal bei schlechtem Wetter bis zur Hälfte und einmal bei etwas besserem Wetter fast bis zum Ende.

Die zweite Wanderung bei gutem Wetter

Die zweite Wanderung bei gutem Wetter

Wir sehen Pferde auf den Hochwiesen hoppeln und wir entdecken die besten schwarzen Johannisbeeren der Welt. Die Berberitzen und Vogelbeeren färben sich jetzt, Anfang September, schon rot-orange. Die Hochgebirgslandschaft sieht herbstlich aus, etwas Heimweh bekommen wir da schon. Entlang der Zufahrtstraße finden wir einen angenehmen Schlafplatz nebst eisiger Gletscherwasserquelle und lauschigem Grillplatz am unterhalb der Straße liegenden Ufers des Ala Archa. Das Yak-Steak und die Flasche Rotwein kommen Samstagnacht zum Einsatz. Nachdem wir zwei Stunden benötigen, um aus feuchtem Holz ein Feuerchen anzuzünden, haben wir uns das kostbare Yak auch wirklich verdient!

Unser Grillplatz mit Yak-Steak ... mmmmh

Unser Grillplatz mit Yak-Steak … mmmmh

Was die Chinesen wohl übermorgen zu unserem Raucharoma sagen werden? Während Thomas sich mit dem Feuer abmüht und ich gelbe Möhren schnippele, besuchen uns drei Kirgisen. Sie halten eine Anleitung für den Aufbau ihres Zeltes in der Hand und sehen ganz verzweifelt aus. Thomas muss helfen, ich übernehme das Feuer. Es dauert mehr als eine halbe Stunde, bis Thomas zurückkehrt, mit zwei Bierflaschen und einer Chipstüte in den Händen. “Haben wir geschenkt bekommen.”, sagt er mit triumphierendem Lächeln, “Aber frag’ nicht nach Sonnenschein. Die haben wohl zum ersten Mal in ihrem Leben ein Zelt aufgebaut. Und weißt du, wie die das gemacht haben? Die haben die Innenseite der Außenwand nach außen gekrempelt und in die Ösen, wo das Innenzelt eigentlich eingehangen wird, die Alustangen hineingeschoben. Wir mussten alles komplett abbauen und von vorne anfangen.” Er verdreht die Augen und muss darüber sehr lachen. “Sehr nette Kirgisen, aber vom Zelten hatten sie keine Ahnung.”


Die Geschichte mit dem Chinesischen Visum

Sonntagnacht, 22:30 Uhr, stehen wir vor der Chinesischen Botschaft. Es ist dunkel. Vor dem Eingang des Konsulars steht ein Auto mit einem Blattpapier und einem Kaffeebecher auf der Motorhaube. Ein junges Mädel in einem rotem Mantel steigt plötzlich aus. Wir begrüßen sie und fragen direkt: “Ist das die Liste?” “Ja,” antwortet sie, “tragt euch ein.” Wir sind an Position 4 und 5 und werden wohl mit der ersten Rutsche am Montagmorgen in die Botschaft gelassen. Das ging flott. Doch wozu gibt es diese Liste eigentlich, wollen wir wissen. Sie erklärt in wenigen Brocken Englisch, aber mit vielen Händen und Füßen, dass sie bei der Antragstellung deutsche Ordnung für wichtig hält und so jeder nacheinander an die Reihe kommt. Sie sagt, dass sie ihre Landsleute zwar mag, aber nicht das Chaos, in das sich hier jeder Kirgise vor einer Behörde stürzt, denn jeder will der Erste sein. Das Problem hat sich mit der inoffiziellen Liste in Luft aufgelöst. Irgendjemand fängt diese Liste irgendwann in der Nacht an, meist ein kirgisischer Student, der in China weiter studieren möchte. Das sind eben die Beklopptesten, die die Nacht noch durchmachen können, kenne ich aus meiner Studienzeit. Nach und nach treffen weitere Autos in der Nacht ein, mit Menschen darin, sich in der Dunkelheit auf diese obskure Liste eintragen und anschließend wieder verschwinden. Wir bleiben und campieren direkt neben der Botschaft. Es hat schon ein bisschen was von einer Nacht vor einem Backstreet Boys Konzert, um sich die besten Plätze in der ersten Reihe zu sichern. Während des Schlafens zweifeln wir noch an dem provisorischen Konzept, doch sowohl am Montagmorgen, als auch am späteren Freitagmorgen stellen wir fest, dass alles wunderbar funktionieren wird. Wir schreiben Mrs. Liu eine Nachricht, dass wir unter den ersten Fünf sind. Kurz vorm Einnicken erhalten wir eine SMS von ihr, mit der Bitte, sofort in ihr Büro zu kommen, denn es fehlen noch Kopien von unseren Pässen. Ach so? Wäre es nicht so unglaublich wichtig gewesen, hätten wir uns nicht im Geringsten gerührt. Doch als in der nächsten SMS verkündet wird, dass wir morgen doch bitte alleine den Antrag stellen sollen, entgleisen uns die schläfrigen Gesichter. Bevor Thomas richtig loslegen kann, beschwichtige ich: “Sei bloß froh, dass wir sie noch nicht bezahlt haben.” Nachts, 23:30 Uhr ist Bishkek leer. Binnen 10 Minuten stehen wir grummelig in ihrem Büro. Sie händigt uns alle Unterlagen, die wir ihr gegeben haben, wieder aus, samt fehlenden Kopien der Pässe. Auf unsere Fragen hin, wieso, weshalb, warum, gibt sie die Antwort, dass sie am Montagmorgen am Flughafen zehn Chinesen nach Kirgistan durch bringen muss. Das ist natürlich ein wesentlich größerer Auftrag, als unser Popelanliegen. Alles klar. Jetzt stehen wir wieder am Anfang von vor einem Monat und sind nun gezwungen, den Weg zu gehen, den wir von vornherein gehen wollten: die chinesischen Visen ohne Agenten einzuholen.

Die Botschaft öffnet am Montag, Mittwoch und Freitag von 9 bis 12:00 Uhr. In dieser Zeit werden etwa 100 Anträge bzw. Anliegen bearbeitet. Sind im Sommer Semesterferien, bereiten sich die Studenten auf ihr Auslandssemester in China vor. Entsprechend voll wird es vor der Botschaft. Morgens um 7:30 Uhr können möglicherweise schon 50 weitere Personen vor einem selbst stehen. Wir haben Glück, diese Zeit ist Anfang September vorbei. Kurz nach 9:00 Uhr werden die schweren Tore geöffnet, die ersten Fünfer, inklusive uns, hereingelassen. Beim Konsul legen wir folgende Dokumente nebst Reisepässen vor:

  • Letter of Invitation im Original – sehr wichtig!!!
  • Reiseroute auf Chinesisch
  • Vier Hotelbuchungen auf der Route
  • je 1 Visaantrag mit aktuellem Formular (v2013, aktuell 2015, kann sich aber auch bald ändern!)
  • je 2 Passfotos im chinesischen Format 48 x 33 mm – auch sehr wichtig!!!
  • je 1 Kopie vom Reisepass
  • je 1 Kopie des kirgisischen Einreisestempels
  • je 1 Kopie des Guthabens auf dem Bankkonto
  • je 1 Kopie der Visakarte

Fehlt eines dieser Dokumente, ist das Format der Passfotos nicht korrekt, ist das Antragsformular nicht aktuell, ist der kirgisische Einreisestempel nicht in dem selben Pass, in den das chinesische Visum geklebt werden soll und ist der Letter of Invitation nicht im Original, wird man abgelehnt und darf nochmal antanzen! Haben wir alles erlebt, gesehen und gehört. Weitere Infos von uns und anderen Reisenden zum Antrag in Bishkek sind in folgenden Foren nachzulesen:

Horizons Unlimited: http://www.horizonsunlimited.com/hubb/northern-asia/china-visa-application-in-bishkek-82978

Caravanistan: http://caravanistan.com/forum/viewtopic.php?f=3&t=539&start=20

Wie auch immer, an Schalter 2 geben wir nach erfolgreicher Prüfung durch den Konsul, die Unterlagen ab. Wir erhalten eine Quittung über 80 US Dollar für unsere beiden Visen zusammen. Die Rechnung bezahlen wir noch am selben Tag bei der KICB Bank in der Innenstadt. Am Freitag, den 11. September geht das Spielchen wieder vorne los, mit dem Unterschied, dass wir kein Auto haben, in dem wir vor der Botschaft übernachten könnten. Also bestellen wir uns morgens 6:00 Uhr ein Taxi. An der Botschaft tragen wir uns in die Liste auf Position 16 und 17 ein und erzählen zweieinhalb Stunden mit einem netten Amerikaner, der in Bishkek arbeitet und sonst wo auf der Welt gearbeitet hat. Er möchte für 10 Tage einen Freund in Shanghai besuchen und hofft, dass die Einladung durch seinen Freund genügt. Während wir später unsere Pässe an Schalter 1 abholen (jippie!!!), wird er vom Konsul abgelehnt. Er darf sich mit einem originalen Letter of Invitation noch einmal anstellen. Was sind wir erleichtert, als wir die Visen in den Händen halten! Es kann sich wohl kaum jemand Zuhause vorstellen. An dieser Stelle richten wir herzlichen Dank an Ute Vogel und Andreas Bläse, Laura Pattara und unsere Aussies. Ohne eure Tipps wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen!


Die Tage in Bishkek sind damit fast gezählt. Fast – denn Takhi steht immer noch in der Werkstatt. Dima hatte wohl nicht begriffen, dass wir es mittlerweile etwas eilig haben. Am Samstag, den 12. September, können wir endlich unser wildes Pferd abholen und auch die Kühlbox soll fertig sein. Leider hat sich dieser Auftrag etwas verselbstständigt, denn die Herren Kühlschrankexperten haben über ihren Auftrag hinaus gearbeitet und einfach Teile ausgetauscht, die sie nicht sollten. Wir wissen jetzt schon, dass das Problem der blinkenden ERROR-Anzeige nicht gelöst wurde, müssen aber trotzdem statt der vereinbarten 800 Som 4000 bezahlen. Das ist ziemlich ärgerlich. Wir könnten ja bei der Firma anrufen, wenn das Problem noch nicht behoben wurde, meint der gute Mann. Das ist sehr witzig, wenn man am nächsten Tag schnell gen chinesischer Grenz muss. HA HA.

Überraschender Gruß von einem Rostocker

Überraschender Gruß von einem Rostocker

Das beste an Takhi ist nun die Kupplung, die butterweich daher flutscht. Thomas muss Autofahren neu lernen. Alles geht viel leichter von der Hand. Wir sind sehr zufrieden. Ein letztes Mal sehen wir Sasha und seine Frau Nina, die uns in Bishkek unglaublich geholfen haben. In einem Restaurant nahe ihres Viertels trinken wir gemeinsam ein letztes Mal kirgisisches Bier. Sasha hatte bis Anfang diesen Jahres ein eigenes Fernsehprogramm auf dem Sender Kanal 13. Dann wurde ihm plötzlich die Lizenz gestrichen, weil er zu kritisch politische Themen hinterfragt hat. Er bezeichnet sich selbst als Journalist, hat sogar für Radioshows gearbeitet, wird aber nun nie wieder journalistisch tätig werden dürfen. Die Bevölkerung kennt ihn trotzdem noch ziemlich gut. Nur sein plötzliches “Ableben” scheint die Gerüchteküche in diesem Land zum Kochen zu bringen. Er erzählt uns, dass er die letzten Tage am Issyk Kul verbracht hat. An einem einsamen Strand stand plötzlich in der Dämmerung ein betrunkener Kirgise vor ihm, mit einem Sack voller Kohle auf den Schultern, und rief: “Sasha? Bist du es??? Ich dachte, sie hätten dich umgebracht!”  Wir sehen ein bisschen Stolz in seinen Augen glitzern, als er davon erzählt, und Frust und Sehnsucht auch. Dann spielt die Musikbox des Restaurants einen Song “für den besten TV-Moderator in Kirgistan”. Eine Hommage eines großen Fans an Sasha.

Zum Abschied sagt Sasha zu uns: Wir sollen unbedingt wieder kommen, irgendwann, aber unbedingt. Das machen wir sogar sehr gerne, Sasha! Bis bald!

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.