4.1 TSCHUSKY TRAKT

Kosch-Agatsch

Wir erreichen zusammen mit Soni in einbrechender Nacht des 2. Juli das Dorf Kosch-Agatsch, etwa 70 Kilometer von der Grenze zur Mongolei entfernt, in dem über das Wochenende ein riesengroßer Markt stattfinden wird. Ob es nun DER Mongolenmarkt schlechthin ist, weiß ich so genau nicht, aber zumindest sagen alle, dass der Markt etwas Besonderes sei und nur zwei bis dreimal Jahr stattfände. Deshalb auch der ganze Trubel. Soni will hier ihre letzten Klamotten verkaufen, die sie bisher immer aus China eingekauft und in Ölgiy verkauft hat – ein kleiner Nebenverdienst. Wir setzen Soni bei ihren Kolleginnen ab, die sich nun mitten in der Nacht und im kühlen Wind um ihre Zelte und einen Schlafplatz kümmern muss. Wir verabschieden uns und verabreden uns für den nächsten Tag auf dem Markt. Wenn der schon mal hier ist, dann lassen wir uns das Spektakel nicht entgehen. Eine Weile fahren wir durch die stockfinstere Nacht. Wir sehen herzlich wenig und können uns nur schwer für eine der verborgenen Schlafmöglichkeiten entscheiden. Wer weiß, wo wir morgens aufwachen …

Good morning Russia!

Good morning Russia!

… mit Aussicht auf einen kugelrunden Tümpel und Bergen im Hintergrund. Wir stehen mitten in einer Rinderherde. Wir hätten es nicht besser treffen können! Bevor wir auf den Markt fahren, versuchen wir unsere 1.000.000 Tugrik umzutauschen. (Ich habe im letzten Bericht 500.000 geschrieben, nein, es sind leider doppelt so viele, so ein Mist!) Die Dorfbank ist die erste Wahl, doch niemand will den wertlosen Tugrik tauschen. Bloß Euros und Dollar gehen gut, wie immer und überall. Wir kommen auf die bekloppte Idee, es an der Grenze noch einmal zu versuchen, diesmal als Geldtauscher. Doch von Erfolg gekrönt ist diese Aktion nicht, bloß 110.000 Tugrik werden wir los. Die Russen, die wir dort treffen, haben entweder ein Visaproblem und wissen nicht, ob sie überhaupt über die Grenze kommen, oder trauen uns nicht so richtig über den Weg. Immerhin können wir von den eingetauschten Rubel wenigstens tanken und unsere russische SIM-Karte verlängern.

Der besondere Markt in Kosch-Agatsch

Der besondere Markt in Kosch-Agatsch im Sturm

Dann gehen wir auf den Markt, um Soni ihren Gaskocher zu bringen, den sie im Auto vergessen hat. Es gibt hunderte von Ständen, die meisten verkaufen Klamotten aus China und der Mongolei, andere wiederum sorgen mit Schaschlik, Piroschki und Co. für eine ausgewogene Ernährung. Es scheint, als wäre temporär die Shopping-Mall von Kosch-Agatsch aufgebaut worden. Der Wind frischt auf und bläst schlechtes Wetter von Westen heran, alle Zelte zittern und rauschen im Wind. Doch die Temperaturen sind angenehm. Als es regnet, verschwinden wir unter einem Zelt, in dem Piroschki, Pelmeni und andere russische Köstlichkeiten verkauft werden, die es in der Mongolei lange nicht gab. Thomas ist hellauf begeistert. Wir bestellen also Piroschki und Tee und genießen die wiederkehrende, russische Vielfalt beim Essen. Dann endlich finden wir auch Sonis Stand mit einer kleinen Traube Menschen davor. Das Geschäft läuft ganz gut, meint sie, übersetzt also: könnte besser sein. Wie soll es auch anders sein, wenn hier jeder fast das gleiche verkauft. Same same, das Sprichwort Asiens gilt auch noch in Russland. Ich bin in Kauflaune, denn wo Mongolen sind, können wir ein paar Tugrik loswerden.

Zwar keine Kamelwollsocken, hält aber ähnlich im Stiefel warm

Zwar keine Kamelwollsocken, hält aber ähnlich im Stiefel warm

Außerdem haben wir es versäumt in der Mongolei Souvenirs zu kaufen. Also bitte ich Soni, mir die echten mongolischen Produkte ausfindig zu machen, denn auch von denen gibt es Kopien aus China. Ich kaufe also zwei Paar mongolische Socken und einen Schal aus Kamel- und Yakwolle. Thomas kauft sich ein neues T-Shirt mit dem Emblem der Mongolei von Sonis Kollegin. Die grinst über uns, weil wir jetzt in Russland nur Dinge aus der Mongolei kaufen. Wir müssten bereits völlig mongolisiert sein. Verrückt, die Deutschen. Ja, wir sind mongolisiert, wir geben es lachend zu.

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Nachmittags suchen wir uns ein anderes Plätzchen zum Übernachten, hinter einem Hügel mit Blick auf Kosch-Agatsch, etwas westlich außerhalb des Dorfes an der Hauptstraße. Wir sehen den Gewitterwolken beim Auftürmen zu, erleben, wie eine uns streift und über Kosch-Agatsch voll rüber fegt. Hoffentlich geht es Soni gut, denken wir. Am nächsten Morgen spüre ich, dass ich nun das Magenproblem von Thomas habe, während er wieder kerngesund ist. Ich fühl’ mich schlapp, alle Glieder schmerzen, jeder Schritt ist zu viel und der Dünnpfiff auch. Da hilft auch nicht das Überangebot des russischen Supermarktes im Dorf, meine Energie zu steigern. Heute ist nicht viel los mit mir. Wir fahren erneut kurz zum Markt, der gerade von einem Sandsturm heimgesucht wird, um uns richtig von Soni zu verabschieden. Das Geschäft läuft immer noch nicht so wie erhofft, das Wetter hält die Käufer fern. Das erinnert mich an unsere Flohmarktzeiten in Deutschland. Thomas schenkt ihr sein altes Handy, das er nicht mehr braucht, denn ihres ist gefühlt 20 Jahre alt. Sie freut sich sehr, wir tauschen bei ihr noch 175.000 Tugrik gegen Rubel, umarmen uns und versprechen in Kontakt zu bleiben. Nun aber los, mir ist schon ganz schwammig in den Beinen.

Unweit von Kosch-Agatsch

Unweit von Kosch-Agatsch

Wir kommen nicht sehr weit, denn etwa 30 Kilometer von Kosch-Agatsch entfernt findet Thomas ein idyllisches Plätzchen an einem kleinen Fluss unter grünen Pappeln. Bäume, richtige, grüne Bäume! Voller Genuss blicke ich wenig später vom Bett in die Kronen und schlafe dann den halben Nachmittag. An diesem kleinen Campspot stehen auch Belgier, deren Citröen-Enten wir in Ölgiy schon haben fahren sehen. Die Gruppe, die mit zwei Fahrzeugen unterwegs ist, besteht ausschließlich aus Lehrern, die ein Vierteljahr Sabbat haben, alle bestimmt über 40 Jahre, die nun ihre Autos nach Hause zurückbringen. Der Ort ist so idyllisch, dass wir erst am übernächsten Tag weiterfahren wollen.

Eine der Enten aus Belgien

Eine der Enten aus Belgien

Zeit zum Ausruhen und Auto aufräumen. Das Wetter soll sich spürbar abkühlen, der erste Neuschnee auf den Bergipfeln über uns ließ sich bereits über Nacht nieder. Hier treffen wir auf Slava oder er auf uns. Mit grimmigem Russenblick kommt er zu uns rüber gestiefelt und fragt in stark russischem Akzent: “Do you have problem?” Thomas ist skeptisch, was der jetzt wohl will und winkt höflich ab. Doch Slava versteht nicht ganz, es muss doch ein Problem geben oder irgendwas anderes, jedenfalls quatscht er uns voll. Und aus ein paar Minuten werden zwei Stunden. Thomas erzählt von dem ausgeschlagenen Gelenk vorne rechts – es gibt also doch ein Problem – es wird analysiert und festgestellt und einen Mechaniker in Gorno-Altaysk angerufen, er kenne da jemanden, der uns helfen kann. Na super! Anschließend zeigt er uns Bilder vom jüngsten Urlaub, eine Sommertour in die abgelegene Ukok-Region, gleich hier um die Ecke im Altai. Dann folgen Bilder vom Angeln und Geländewagenfahren. Ein Quad ist auch dabei, mit Luftkissen dran in einem Meter tiefen Fluss schwimmend. Eine Rallye und er hat den zweiten Platz errungen. Wir haben den richtigen Mann erwischt! Wir fragen ihn, wie die Straße zum Aktru-Gletscher sei, denn dort wollen wir eigentlich hin, doch die Pisten sollen entweder in erbärmlichem Zustand oder gar nicht vorhanden sein. Das bestätigt auch er und meint wir sollen lieber zum Tschulyschman Fluss fahren, unsere zweite Option. Das klappt auch mit dem kaputten Gelenk. Dann erzählen wir ihm unsere Tour, weil er glaubt, dass wir nach Hause zurückfahren. Aber nein, es geht nach Indien. Grinsend schüttelt er den Kopf und sagt: “You must be very happy people.” Ja, das sind wir. Im Ernst. Er gibt uns seine Visitenkarte und erklärt, dass er nachhaltige Häuser baut, “Grienwöld” steht da in Russisch-Englisch drauf. Er kritzelt Boris’ Telefonnummer dazu, bei dem wir uns in Gorno-Altaysk wegen unseres Gelenks melden sollen. Er wisse schon Bescheid. Was für ein netter Russe. Wir haben noch keine Ahnung, welchen Stein er da ins Rollen bringt.

Tschulyschman Fluss

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Tschuja Fluss entlang des Tschusky Trakt

Am 6. Juli bewegen wir uns nach Aktasch, nein, wir schleichen geradezu auf der Straße, denn der berühmte Tschusky Trakt ist beeindruckend schön, auch wenn die größten Gipfel des Altai von Schneewolken verhangen werden. Wir haben Zeit. Ich verliebe mich in die Bergwiesen. Nach so langer Zeit endlich Blumen zu sehen, lässt mein Herz vor Freude hüpfen. Thomas muss mit mir viel Geduld haben. Die Wiesen sind so reichhaltig, dass wir sogar Edelweiß entdecken – unter dem Auto. DSC_7582_blog In Aktasch füllen wir unsere Vorräte auf und nehmen den Abzweig nach Ust Ulagan, der in die Tschulyschman Schlucht führt und von dort sogar bis zum Teleskoe See reicht. 150 Kilometer Sackgasse, die sich hoffentlich lohnen.  Bis zum Dorf Ust Ulagan ist die Straße zum größten Teil asphaltiert, der Rest mehr schlecht als recht, vor allem jeder Kilometer hinter Balyktuyul.

Piste ab Balyktuyul

Piste ab Balyktuyul

Doch die ländliche Idylle ist mal wieder bezaubernd. An einer stilechten Pumpe füllen wir unsere Wasservorräte auf, auch die Campingdusche.  An uns rauschen fette SUVs mit Russen darin vorbei, während wir über Abertausende von Schlaglöchern hüpfen.

Wasser auffüllen

Wasser auffüllen

Nach einer Weile klart der Himmel langsam etwas auf, die Sonne blinzelt durch die tiefhängenden Wolken hervor und gibt uns im richtigen Moment die beeindruckende Gebirgslandschaft frei. Nach circa drei Stunden erreichen wir die Abfahrt, ich meine, eine wirkliche Ab-fahrt, in die tiefe Schlucht des wilden Tschulyschman Flusses. Noch stehen wir oben an der Felsklippe und blicken staunend auf die Zickzackpiste, auf der alle Autos im Schneckentempo hinabklettern müssen. Da fahren wir jetzt auch runter. Es regnet etwas, die Piste ist glitschig; wir probieren es zunächst ohne Allrad, doch mit geht es besser, der Motor bremst kräftiger, die Radbremsen werden entlastet. Was mag das für ein Gefälle sein, 20 Prozent? Ich muss das filmen, während Thomas und Takhi alles prima meistern.

Richtung Tschulyschman Fluss

Richtung Tschulyschman Fluss

Die Sonne geht hinter den Bergen unter, in der Schlucht wird es dunkel. Wir fahren vorbei an mehreren offiziellen Campingplätzen, die erst vor Kurzem aus dem Boden geschossen sein müssen. Doch wir finden noch rechtzeitig einen Stellplatz am Fluss. Natürlich wussten wir nicht, dass das der einzige Anlegeplatz weit und breit ist, für ein einzelnes Boot, und am nächsten Morgen bekommen wir erst mal Mecker von einem schlitzäugigen Russe, der vom Bauern am anderen Ufer Milch abholt. Woher soll man das auch wissen?

Tschulyschman Fluss

Tschulyschman Fluss

Genüßlich tuckern wir durch die Schlucht, entdecken noch viel schönere Stellplätze und malen uns aus, wann und wo wir uns auf dem Rückweg hinstellen würden. Der Fluss ist wild, smaragdgrünes Wasser, das mit Kraft durch die Schlucht donnert. Doch es gibt auch ruhigere Stellen. Die circa noch 60 Kilometer lange Fahrt bis zum Teleskoe See ist bretthart und lang, zum Teil besteht sie aus Flusssteinen. Stellenweise kommen wir nur mit 10kmh voran. Keine Sorge, denken wir, es fahren ja auch normale PKWs hier vorbei. Da wir uns den Tag mit dem schlechtesten Wetter ausgesucht haben und sich herausstellt, dass am Ufer des Sees für einen Campingplatz bezahlt werden soll, wo doch sonst alles frei zugänglich ist, hat sich die mühselige Fahrt bis dorthin nicht gelohnt. Der Fluss selbst ist viel, viel schöner, doch an einem heißen, sonnigen Tag wäre das sicherlich etwas gewesen.

Viele Eindrücke, positiver oder negativer Art, hängen eben doch viel vom Wetter ab. So fahren wir zurück durch die wunderschöne, wilde Schlucht. Ein paar Wasserfälle rauschen die steilen Klippen hinab, tiefe Wolken wabern um die obersten Felsenkanten herum, leichte Regenschauer verhängen die Sicht in das Tal. Doch dass Russland so etwas Schönes zu bieten hat, hätten wir uns nicht träumen lassen. Wieder ein paar Vorurteile abgebaut, sehr gut! DSC_7632_blogEin paar Kilometer südlich eines größeren Wasserfall finden wir einen gemütlichen Platz mit Lagerfeuerstelle nur für uns allein. Zum ersten Mal bauen wir fachmännisch die Campingdusche im Badeparadies auf. Thomas kocht Wasser auf dem Feuer und mischt es mit dem kalten, schon darin vorhandenen Wasser. Wie herrlich kann eine warme Dusche bloß sein? Wahnsinnig herrlich, ich sage es! Nachts gesellt sich eine russische Familie zu uns. Thomas bietet am nächsten Tag den Platz für ihr Zelt neben uns an. Leider bleibt jedweder Kontakt aufgrund der Sprachbarriere aus. Dieser Tag wäre der perfekte Badetage am See gewesen. Eine schwüle Hitze breitet sich in der Schlucht aus, der Wind lässt nach. Eigentlich wollten wir heute weiter nach Gorno fahren, doch wir überlegen es uns schnell anders, denn es ist doch so schön hier. Wir backen wieder Kuchen – diesmal Apfelkuchen mit Pistazien – und Sesambrot, waschen Wäsche und kämpfen mit den Fliegen, die sich wahrscheinlich genauso viel Luft mit ihren Flügeln machen, wie wir mit den Armen. Es ist doch wie in Australien. IMG_4412_blog

Am 9. Juli verlassen wir die Schlucht mit einem weinenden Auge, könnten wir doch hier Wochen zubringen und mit den Russen Urlaub machen. Im Prinzip ist dieser Teil von Russland und auch alles ab Irkutsk in östlicher Richtung wie Kleinaustralien, nur kälter und im Gebirge mit Nadelwald statt Uluru in roter Steppe. Fast jeder(mann) fährt hier einen Geländewagen mit Dachzeltaufbau, geht angeln und trinkt, auch wie in Australien. Es riecht nach Abenteuer wie in Australien und alle sind ziemlich entspannt, was ich so von den Russen nie erwartet hätte. Irgendwie haben wir in Deutschland ein doch ziemlich vermurkstes Bild von den Menschen hier.

Ohne Alternative: die Zickzackpiste in die Tschulyschman Schlucht

Ohne Alternative: die Zickzackpiste in die Tschulyschman Schlucht

Wir machen uns auf den Rückweg in gespannter Erwartung auf die Zickzackpiste. Die untere Auffahrt ist die zerfahrenste und schlechteste Stelle, weil alle PKW-Reifen beim 20°-Spurt hinauf durchdrehen. Entsprechend holprig wird das Ganze für uns. Zu allen vier Seiten wackelnd hüpfen wir den Berg hinauf. Ja, das Wildpferd macht seinem Namen alle Ehre. Schließlich erreichen wir tänzelnd und schwitzend die obere Felskante, mit dem Allrad und angeschalteter Heißluft kein Problem, doch den Abhang hinunter blicken bei seitlich geneigtem Takhi – uiuiui – lieber nicht.

Oben treffen wir Heiko, den Finanzexperten. Thomas spricht ihn an, vielleicht braucht er ja noch ein paar Tugrik. Tatsächlich können wir bei ihm auch ein paar Scheine eintauschen. Gott sei Dank, es reicht wieder für die nächsten Tankstellen und Einkäufe.  Wir kommen ins Quatschen, als wir ihm erklären, dass wir nicht beabsichtigen nach Hause zu fahren. Wieso denken bloß alle, dass wir nach Deutschland wollen? Nein, erklären wir an unserer Weltkarte, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und weiter nach Indien über Pakistan. “Ouh”, sagt er, “das muss eine unglaublich tolle Strecke sein. Bitte lasst uns in Kontakt bleiben, ich möchte wissen, wie es dort aussieht und wie die Straßen sind. Wunderbar, dass ihr so eine Reise macht!” Eine russische Familie kommt vorbei und fotografiert unser Grüppchen. Sie fragen Heiko, wo er herkommt und wo er hin will. Mittlerweile dämmert uns, weshalb wir kaum angesprochen werden. Unser Auto sieht offensichtlich zu russisch aus, wir sehen russisch aus (ach ja?) und sind vielleicht auch nicht insgesamt so Besonders wie ein übergroßer LKW oder ein blendendweißer Defender. Jedenfalls geht Heikos Verwirrung so: “Ich bin Kanadier, habe aber 10 Jahre in Deutschland gelebt. Dort habe ich das Auto gekauft, deshalb das deutsche Kennzeichen. Aber ich habe auch in Barcelona gelebt, doch das Kennzeichen aus Deutschland habe ich so dran gelassen.” Alle staunen und ihren Gesichtern ist anzusehen, dass dieser Wohnortwechsel auch irgendwie unbegreiflich ist. DSC_7678_blog

Hinterher frage ich Heiko: “Und? Was machst du so? Kanada, Deutschland, Spanien, München, Barcelona … ? Aber nein, jetzt lebt er nicht mehr in Barcelona, sondern auf Mallorca. Ach so, wie konnte ich da falsch liegen. Als er erklärt, dass er Finanzexperte ist, macht das Herumgereise mehr Sinn. Aufgrund seines Berufs muss er ja ständig durch die Welt fliegen. Und nach 10 Jahren schlechtem deutschen Wetter in München und teuren Flügen aus Barcelona hat er eben ausgerechnet, wo es am münstigsten ist, zu Fliegen und wo das Wetter immer schön ist. So kam er auf Mallorca. Ganz schön schlau. Und wenn er Zeit hat, ist er auf den längsten sieben Straßen der Welt mit einem Landrover Defender unterwegs, dieses Jahr von Barcelona nach Vladivostok, einmal quer durch Russland mit ein paar Umwegen. Jetzt wissen wir endlich, was Finanzexperten im Urlaub so machen! Ich kann es mir nicht verkneifen zu fragen, wie es um unsere private Altersvorsorge steht, schließlich muss er das ja am Besten wissen. Die Antwort ist ernüchternd und so wie ich es mir gedacht habe: das beste ist immer noch das Sparbuch, alles andere ein schlechtes Angebot. Da sind wir ja froh, dass wir von unserer Altersvorsorge jetzt etwas haben, denn wir geben sie gerade für etwas Schönes aus.

Ausblick vom Tschusky Trakt

Ausblick vom Tschusky Trakt

7 Kommentare

  1. Aaron

    Traumhaft! Und anfangs wart ihr noch nicht so begeistert von Russland. Freut mich, dass sich das etwas geändert hat. Den Schlusssatz finde ich sehr passend! Das ganze Geld nutzt einem eh nichts – die Erinnerungen schon.

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  2. Andreas der motorang

    Na ihr, das liest sich ja genau richtig – entspannt und spannend, abenteuerlich und plangemäß wunderbar. Schön dass die Raupe so gut durchhält! Möge es so weitergehen 🙂
    Gespannt weiter mitlesend
    Andreas

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Danke, danke! Es freut die Schreiberin, wenn jemand liest und es auch noch gefällt! 🙂

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  3. cathfrosch

    Na ihr Beiden, ich finde ihr macht mit eurer Altersvorsorge genau das richtige. Wie viele Leute arbeiten sich den Allerwertesten bis zur Rente ab, um dann eeeendlich abschalten zu koennen, und haben dann von ihren Ersparnissen nichts mehr da ein Herzinfarkt, oder so, sie heimsucht. Also, im Heute leben und schoen weiter schreiben! Wird mit Spannung wohl von mehr Leuten gelesen als du dir vorstellen magst… Alles Liebe und Gute Fahrt Cath

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  4. Elli's

    Hallo, es tut gut zu erfahren, daß ihr so viel positives erlebt. Aber es
    liegt sicherlich auch an eurer positiven Einstellung den Menschen gegenüber. Wir waren und sind wegen der Route die ihr gewählt habt eher zkeptisch ( so sind Eltern eben ) aber wir sind ja auch lernfähig und freuen uns dass alles so toll läuft und wir so dabei sein dürfen. Die Bilder sind wieder mal atemberaubend und die Berichte einfach Klasse, sie lesen sehr viele….
    los Leute, belohnt Sarah, sonst schreibt sie nicht mehr.
    Viel Spaß noch Do swi Dan ja (konnte leider nicht umstellen)

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Huhuu,
      Ja wir Deutschen sind doch manchmal den Russen sehr ähnlich 🙂 . Wobei die Hilfbereitschaft der Russen wirklich groß ist und wir in diesem riesigen Land sehr selten, in Anbetracht der Vorurteile, Sicherheitsbdedenken hatten. Leider ist das Altai und der Baikal für uns unglaublich weit weg, sonst würden wir hierher sofort im nächsten urlaub zurückkehren. Unglaublich schön und vielleicht Euer nächstes Reiseziel?
      Liebe grüße
      Sohnemann

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      1. Elli's

        Ja, mit dem Finger auf der Landkarte….
        Sind zu sehr Schisser .schreibt und fotografiert mal schön,
        nächstes Ziel ist Fidels Heimat..
        LG Mutter

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