3.3 ZENTRALMONGOLEI II

TÖVKHÖN-KLOSTER

Das Tövkhön-Kloster befindet sich nordöstlich der Wasserfälle mitten in den Bergen. Es schmiegt sich an einen kleinen Felshang in über 2000 Metern Höhe und bietet eine freie Sicht in das darunter liegende Tal. Allerdings nur bei gutem Wetter. Trotzdem nehmen wir Fahrt auf und wählen diesmal die nördliche Strecke durch das Orkhon-Tal. Die harte und trockene Piste aus festem, sandigen Boden windet sich über Felder aus Vulkangestein, direkt am Fluss entlang. Es wäre nicht die Mongolei, wenn es hier tatsächlich nur eine Route gäbe. Während einer kurzen Rast spuckt mir das Navi endlich den Weg zum Kloster aus. Er führt uns über Holzbrücken, durch grüne, mit Lärchen bestandene Täler, in denen Viehherden aus Yaks und Pferden grasen und ein paar Jurten stehen. Wir parken Takhi auf einem Parkplatz in 2035 Metern Höhe. DSC_6852_blog Die restlichen 3,5 Kilometer zum Kloster müssen wir laufen. Endlich! Bewegung! Das ist der Hauptgrund für unseren Besuch dort oben. Auf dem Parkplatz sammelt sich eine kleine Touristengruppe mitsamt den Fahrern, die gerade zurück kommt. Einer von ihnen spricht uns an, natürlich zunächst wegen des Autos, was auch sonst. Wir hingegen fragen nach dem Weg, wie weit es bis zum Kloster ist und wie lange es dauert. “Hoch eine Stunde, zurück vielleicht zwei.” meint er und kichert dabei. Was soll das bloß heißen? Weil der sich scheinbar bestens auskennt, fragen wir ihn auch nach dem besseren Rückweg. Sollen wir nach Hotont oder zurück nach Charchorin fahren? Die Antwort ist eindeutig: nach Hotont, über das Dörfchen Sant. “Und wo lang?”, fragen wir ihn. Er deutet hinter den Hügel rechts von uns. Alles klar. Ich freue mich, dass der Weg auch in der digitalen Karte eingetragen ist und wir uns nicht nur auf den Fingerzeig verlassen müssen. Es ist 15:30 Uhr. Wir laufen los, nein, bergauf, durch frühlingshafte Bergwiesen, an märchenhaften Lärchen vorbei, durch moddrige Wege und schließlich an einem Ovoo auf 2312 Metern vorbei, dem Kamm.

Auch die kleinen Dinge wissen wir zu würdigen

Auch die kleinen Dinge wissen wir zu würdigen

Jetzt wieder bergab und fast das gleiche Programm noch einmal. Das Ganze mit Landregenpartie. Schade, der Blick ins Tal ist leider ziemlich trüb, als wir die Klostermauer blicken. Auch von dem Felshang, an den sich die bunt gestrichenen Holzgebäude schmiegen, lässt sich das Tal nur erahnen. Was gäbe ich jetzt für einen blauen Himmel! Wir drehen an allen Gebetsmühlen, an denen wir vorbeikommen, mit der Bitte auf Wetterbesserung.

Das Tövkhön-Kloster Foto: Matze

Das Tövkhön-Kloster
Foto: Matze

Zurück auf dem Bergkamm in 2312 Metern legen wir Holzzweige auf den Ovoo und umkreisen ihn wieder dreimal. Ich bitte noch einmal um schönes Wetter, vor allem Warmes. Etwas später hört es zumindest auf zu regnen. Mit schlackernden Beinen erreichen wir den Parkplatz. Weil die Aussicht in das Tal doch so schön ist, es gerade hier nicht regnet und wir eigentlich viel zu hungrig sind, um weiterzufahren, beschließen wir die Nacht hier zu verbringen. Und weil es so schön kalt draußen ist, sitzen und essen wir nun zu dritt im Auto. Das sieht dann so aus:

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So is(s)t’s zu dritt

Nichtsdestotrotz muss die Standheizung an, ohne der geht es nicht! Gott sei Dank bringt die neue Glühkerzen die Heizung endlich wieder zum Laufen. Matze friert seit Tagen. Immer wenn er in sein Zelt kriechen muss, ist es kalt und regnet. Er sehnt sich also nach einem warmen Bett. Wenigstens für eine Nacht. Ich denke nach fünf Tagen an eine heiße Dusche und Thomas an einen Ort, wo er bequem die Luftbälge einbauen kann. Für Tstetserleg wird ein Hotel auserkoren, damit sind alle einverstanden.

Bei bestem Regenwetter fahren wir die ca. 60 Kilometer nach Hotont. Etwas Besseres kann einem auf einer völlig unbekannten Piste gar nicht passieren, vor allem wenn der Akku des Navi bei 50% liegt und es wieder einmal nicht aufladen mag. Wir gleiten durch runde Hügel, ein paar seichte Täler und einem Friedhof. Mit Abscheu und Faszination starren wir auf Totenschädel von Menschen, die da plötzlich verstreut im kniehohen Gras liegen. Ein befremdlicher Anblick. Wie kommen die bloß hierher?

Straße nach Hotont

Straße nach Hotont

Da fiel mir die Führung im Kloster Erdene Zuu ein. Die Mongolin, die uns dort alles zeigte, hatte von Himmelsbestattungen gesprochen.  In der Großstadt zwar nicht, aber auf dem Land sind diese noch üblich. Die Verstorbenen werden in Tücher gewickelt auf einen Hügel gelegt. War der Tote ein guter Mensch, kommen die Tiere der Lüfte, und bringen seine Überreste gen Himmel, und damit im nächsten Leben eine Stufe höher zum Nirvana, der höchsten Daseinsstufe im Buddhismus. War derjenige jedoch ein schlechter Mensch, kommen die Tiere des Erdreichs und holen ihn eine Stufe zurück. Von der Führung ist also doch etwas hängen geblieben! Da hier sämtliche Köpfe gerollt wurden, gehen wir davon aus, dass die Könige der Lüfte ihr Unwesen trieben, alle Menschen somit gut waren und dem Nirvana näher sind. Der Gedanke mildert die Gruselstimmung. Doch das stört den Köter, der gerade schnüffelnd über den Friedhof trottet, wenig. Nein, wir denken lieber nicht weiter, was der hier sonst so treibt. Die weiteren 40 Kilometer verlaufen über einen  schmalen Grat und ein dahinter langgestrecktes Tal. Wir überqueren kleinere Bäche. Der Boden ist aufgeweicht. Würde es nicht regnen, wäre die Fahrt noch entspannter. Wir kommen mit 40kmh relativ zügig voran. Der starke Wind peitscht die Regenwolken immer weiter gen Osten über die Berge. Blauer Himmel lässt sich langsam im Nordwesten erahnen. Als wir bei Hotont auf die asphaltierte Hauptstraße treffen und in Tsetserleg ankommen, scheint endlich wieder die Sonne.

Was ist das für ein Vogel?

Was ist das für ein Vogel?

TSETSERLEG

Die Kleinstadt muss eine Minenstadt sein, stellen wir fest, denn es gibt unwahrscheinlich viele Karaokepubs und Geländewagen. Nicht das Minenarbeiter gerne Karaoke singen würden, nein, vielmehr kann man hier an jeder Ecke saufen. Die ersten Schnapsleichen liegen bereits vor uns auf dem Gehweg. Nach mehreren erfolglosen und übel riechenden Hotelbesichtigungen mieten wir uns doch im teureren Fairfield Guesthouse ein. Uns dreien ist gemeinsam, dass wir wenig Ansprüche an die Zimmer stellen, die wir mieten. Einfach und sauber muss es sein und ein Dusche haben sollte es auch. Sonst können wir auch im Auto bleiben. Aber das da jetzt auch die Geruchsnote hinzukommt, überrascht uns etwas. Keine Ahnung, mit welcher Chemiekeule die Zimmer gereinigt werden,  es war jedenfalls nicht auszuhalten. Doch das Fairfiel hat den Vorteil, dass es einem Australier gehört, den man mal was Wichtiges fragen kann. Das Fairfield hat Murray vor einigen Jahren von einem älteren Ehepaar übernommen. Er und seine Familie bieten den Mongolen ganzjährige Beschäftigung, was im hiesigen Hotelsektor eine Seltenheit ist. Und das Beste: sie haben eine eigene Bäckerei, in der es furchtbar leckeres Brot zu kaufen gibt! Wie auch immer, Thomas hat zwei Fragen an den Australier: erstens, wo kann er die Luftbälge einbauen und zweitens, wo gibt es einen Schweißer, der den Auspuff verlängern kann. Nach der dritten und tiefsten Bachdurchquerung im Orkhon-Tal, einem stotternden Motor, war uns allen klar: der Auspuff muss wieder in voller Länge ran. Der Australier hilft und meine Befürchtung bewahrheitet sich: der nächste Tag wird wieder ein langer Tag, an dem niemand weiß, wo der Thomas ist und wann er zurück kommt. Matze und ich gehen derweil einkaufen. Die Supermärkte sind nicht so reich bestückt wie in Russland. Wer auf frisches Gemüse, Obst und vor allem Käse steht , der kommt hier definitiv zu kurz. So wie ich. Dafür gibt es Eingewecktes und Konserviertes aus Deutschland, Frankreich und Spanien. Auch Schokolade – Alpengold, wo gibt es die eigentlich??? – und Leberwurst. Es ist schon eine verrückte Welt, wohin manche Produkte ihren Weg finden. Apfelmus von Hainich oder die guten alten Schokolinsen stehen gerade vor mir. Dafür gibt es gerade nicht mal Zwiebeln im Angebot. IMG_4033_blog

Anm. von Thomas: Am Ankunftstag will ich, energisch wie ich bin, sofort die Luftbälge verbauen. Der Ort passt gut, der Hinterhof vom Hotel war schön grün und ich hatte Ruhe zum basteln. Zunächst baue ich den Balg auf der Auspuffseite ein, da am nächsten Tag dort der Auspuff verbeigeführt werden soll. Die Mongolen kennen diese Art von Luftfederung überhaupt nicht und elendige Erklärungen würden mit Sicherheit folgen. Gesagt getan, nach einer halben Stunde ist die erste Seite fertig. Dann stellt sich heraus, dass dem zweiten Balg eine Imbusschraube mit 11er Größe fehlt. Diese hatte ich glücklicherweise noch in den mitgelieferten Schrottbälgen verschraubt. Nur der passende Imbusschlüssel fehlt, den habe ich natürlich nicht dabei! Der wachsame Autoschrauber, also ich, bemerkt selbstverständlich sofort den allgemeinen Autoteilemarkt, bevor wir zum Hotel fahren. Nachdem ich anschließend dort versuche, die scheinbar unglaublich seltene 11er Größe zu erstehen, gebe ich frustriert auf. Mongolen sind leider nicht sehr geschäftstüchtig und man muss schon fast betteln, damit der Verkäufer sich von seinem Fernsehsessel erhebt. Es war nicht das erste Mal, dass ich kein Glück beim Reparieren habe.

Am nächsten Tag erkläre ich dem australischen Inhaber unserer Unterkunft mein Problem und er meint, dass der Wachmann sicher eine Lösung weiß. Otscho, sein Name, nahm ein Stück Metall, eine Flex und zaubert mir damit einen 11er Imbus in kürzester Zeit. Nun bin ich wirklich schwer beeindruckt. Das gute Stück wird zu Hause eingerahmt! Die Schraube kann ich jetzt problemlos umbauen. Anschließend fahren wir zur Werkstatt. Dort beginnt die nächste Arie. Der Preis für das Anbauen des Auspuffs wird verhandelt und der Schweißer beginnt seinen Dienst. Mit Sonnenbrille und Hammer bewaffnet geht er ans Werk. Nach 3,5 Stunden ist er fertig. Aus vier Auspuffrohren wird uns ein mongolisches Meisterwerk gezaubert. Was sicher ein paar 1000 Kilometer halten wird. Wo wir schon dabei sind, frage ich ihn, ob ich mit ihm den anderen Balg noch verbauen könnte. Es schien ja alles so einfach zu sein.

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Wir setzen den Balg ein, ziehen die ersten zwei Schrauben an und stellen fest, dass er nicht passt. Also wieder raus das Miststück und die Aufnahmeplatte am Auto nachbessern, mit der Flex und dem Schweißgerät. Dann wieder alles einbauen und feststellen, dass es wieder nicht passt. Das spielen wir dann noch weitere viermal. Langsam merke ich wie der Mongole – ich bin es schon – ziemlich genervt und frustiert wirkt. Alle 20 Minuten kommen interessierte Mongolen, plus ein dickes Hausschwein, an der Werkstatt vorbei, wackeln an dem Auto rum, hauen gegen die Reifen (warum tun Männer das immer?) und fragen mit Sicherheit immer dieselben Fragen: “Oh, was ist das? Wie funktioniert das? Wo kommt das her?” Dann werde ich ins Visier genommen und mit Fragen gelöchert, auf die ich keine Antwort weiß. Man muss wissen, mein mongolischer Wortschatz beschränkt sich auf: Guten Tag und Danke! Nach fast sechs Stunden, ohne Mittag für alle, etlichen Zigaretten und einem doppelt so hohen Preis wie vereinbart, ist endlich alles perfekt. Vermutlich wird diese Werkstatt, trotz großer Nachfrage, Luftbälge niemals in ihr Sortiment aufnehmen!

16:30 Uhr höre ich Takhi vor dem Guesthouse brummeln. Ich bewundere die Meisterkunst der Mongolen anhand uns knorrigen Auspuffs und bin froh, dass wenigstens alles dort dran ist, wo es hin soll. Hoffentlich kommen die nächsten Probleme nicht ganz so bald.

KHORGO-TERKHIIN-TSAGAAN-NUUR NP

Es ist soweit. 16:30 Uhr. Wir fahren weiter gen Westen zum Terkhiin Tsagaan Nuur, dem Weißen See in der Nähe von der kleinen Siedlung Tariat. Die Straße ist bis kurz vor dem Ortsrand asphaltiert. Anhand der riesigen Baustelle, die anschließend folgt, ist abzusehen, dass auch bald das letzte Stückchen fertiggestellt sein wird.  Die zehnspurige “Umgehung” der Baustelle ist jedoch alles andere als lustig und wie wir später rückblickend feststellen werden, eine der schlechtesten und nervigsten Pisten in der Mongolei.

Baustelle vor Tariat

Baustelle vor Tariat

Es ist wie mit Anstehen an der Kasse. Man steht immer in der langsamsten bzw. schlechtesten Reihe. Auf dem Weg zum See liegt der alte Khorgo-Vulkankrater, schwarz wie die Nacht im Vergleich zum Rest der Berge. Auf dem Kraterrand blicken wir auf die umliegenden Lavafelder und die ersten blauen Buchten des Weißen Sees. Dann holt Thomas Brot, Käse und getrocknetes Pferdefleisch aus dem Rucksack hervor – ein Traumpicknick … Zurück am Vulkanfuß stärken wir uns mit Milchtee und Khushuur, dass uns von zwei kleinen Kindern angeboten wird. Die Eltern machen gerade ein Nickerchen. Dort treffen wir auf drei Motoradfahrer aus drei unterschiedlichen deutschen Regionen. Ganz schön zottelig sehen die aus. Wo sind eigentlich die Frauen, frage ich mich. Ist die Mongolei etwa eine Destination nur für Männer? Matze meint, das liegt an den fehlenden Toiletten und Duschen. Frauen wollen sich immer duschen und das gibt es hier nun mal nicht. Vielleicht hat er Recht und ich bleibe die einzige, mittlerweile schmutzige, Frau in der Wildnis. Ach, ihr wisst ja gar nicht, was ihr verpasst, ihr  sauberen Frauen! Zum Beispiel im Terkhiin See baden. DSC_6882_blog Den ganzen Nachmittag verbringen wir im Freiluft-Badeparadies. Wir hängen in den Stühlen ab, erklimmen die Hügel hinter uns und finden endlich frischen Thymian für die Tomatensoße mit Nudeln (oder umgekehrt). Außerdem finden wir Zeit, die weitere Route zu besprechen. Wir überlegen den Tipp des Australiers anzunehmen. Statt über Jargalant nach Mörön zu fahren, die Nebenstrecke der Einheimischen über Erdenemandal, Tsetserleg und Rashaant zu folgen. Die Piste soll einfacher zu befahren sein. Landschaftlich vielleicht nicht ganz so schön, als mitten durch die Gebirgszüge des Tarvagatayn und Bulnayn nuruu zu fahren, aber dafür könnten wir schneller Mörön erreichen und ein paar Tage am Khövsgöl nuur, dem größten Süßwassersee der Mongolei, verbringen. Zeitlich brächte es uns vielleicht einen halben Tag mehr ein, trotz der Baustellen, die wir wieder zurück fahren müssten. Aber Takhi geht es danach vielleicht auch besser. Nach ewigem Hin und Her beschließen wir: So machen wir das.

NACH NORDEN

DSC_6918_blogJeder kennt sicherlich irgendeinen Forstweg in seiner Umgebung. Oder eine Fahrspur zu einem Schrebergarten. Zwei breite, braune Reifenspuren und in der Mitte einen mit Gras bewachsenem Streifen. Ein paar Kuhlen und Pfützen hier und da, etwas gröbere Steine zwischendurch … Der typische 20kkmh-Weg. Ein Gartenkolonnieweg tausende Kilometer lang – das sind die Straßen und Pisten der Mongolei. Kann man sich das vorstellen? Einen dieser Wege fahren wir jetzt, bloß ohne Garten am Ende. Für den gesamten Gartenweg von etwa 350 Kilometern (Terkhiin Nuur – Tariat – Erdenemandal – Tsetserleg – Rashaant) benötigen wir in etwa 10 Stunden. Wir kommen gut durch, wenn auch langsam, und erleben ursprüngliches Weideland, grüne rollende Hügel und unzählige Vieherden. Teilweise fahren wir auf Wegen, die es im Navi nicht gibt oder auf Wegen, die es im Navi gibt, aber nicht mehr existieren. Doch irgendwie kommen wir immer am richtigen Ort an. Highlight sind große Exemplare heiliger Steinstelen aus der Bronzezeit, sogenannte “Deer Stones”. DSC_6913_blog Diese Steinsäulen, in denen gen Himmel ziehende Hirschkühe eingraviert sind, stammen aus der Bronzezeit und sind über weite Teile Eurasiens zu finden. Sie markieren Grabstätten meist von Personen von hohem Rang in der damaligen Bevölkerung. Wenn auch steinalt, sind die Stelen heute noch heilige Orte. Die Hinweistafel erklärt uns, dass wir zufällig an der größten Stätte in ganz Eurasien stehen. Die restlichen 30 Kilometer bis zur asphaltierten Straße A0902 fahren wir am nächsten Morgen. Und auch diesmal gilt der Spruch: Das Beste kommt zum Schluss. Nachdem wir den Tariatiin Pass überqueren, ändert sich die Hügellandschaft zu wunderschönen Bergen, die rotbräunlich in der Sonne schimmern. Laubbäume strukturieren die mageren Wiesen. Der Gartenweg ist schon fast wieder eine Piste. So stellen wir uns einen Ort irgendwo in Afrika vor, auch wenn wir noch nie dort gewesen sind.

Sieht so Afrika aus?

Sieht so Afrika aus?

Manchmal hat man doch seltsame Vorstellungen im Kopf, wie es woanders aussieht. Schließlich muss der Selenga überquert werden. Genau der Selenga, der in den Baikalsee mündet und den wir mit einer Fähre überquert haben. Am Flussufer wartet eine Pontonbrücke auf uns. Sagenhafte 5000 Tugrik sollen für die Benutzung entrichtet werden, sicherlich zur Unterstützung für den Bau der neuen Brückenkonstruktion einen Kilometer flussabwärts. Da fehlt nämlich noch der letzte Meter ans andere Ufer.

Ab da sind die restlichen Kilometer bis Mörön ein Klacks und vor allem eines: leise, leicht und luftig.

 

 

 

 

3 Glühkerzen für die Standheizung, Kaviarcreme, Parmesan

10 Kommentare

  1. Matthias

    Hallo Ihr,

    jetzt geht das bei Euch auch schon los mit dem Vögel-Coatching. Für Freunde, die gerade in Kanada unterwegs sind, muß ich schon ständig die fotografierten Vögel bestimmen, nur weil sie kein Vogelbuch dabei haben. Und dafür habe ich schon mal gar kein Verständnis!

    Also ausnahmsweise: Euer großer Brauner ist ein junger Mönchsgeier.

    Grüße in den Osten
    Vogel-Matti

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Danke Matti. Insgeheim hatten wir auf Dein kommentar gehofft! Diese Vögel sind wirklich unglaublich groß und sehr beeindruckend. Aber das weißt du ja 🙂
      Schòne Grüße

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  2. Udo

    Hallo Sarah, Hallo Thomas,

    bin immer wieder beeindruckt von eurem Reisebericht und euren Fotos.
    Ich wünsche euch,das Takhi weiterhin brav durchhält.
    Wie sieht es eigentlich mit der Benzinversorgung dort aus? Ich könnte mir vorstellen, das es nicht hinter jeder Biegung eine Tankstelle wie hier in Deutschland gibt.
    Weiterhin gute Fahrt !

    Udo

    Antworten
    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Vielen dank. Unser pferd hat leider immer wieder mal wehwehchen. Die Liste wird nicht kleiner und so wird russland uns auch nächstes mal wieder mit einer werkstatt locken. Bei den straßen hier wird allerdings jedes auto stark gefordert. Was auch immer die leute, inkl. uns, über das tankstellennetz glaubten zu wissen kannst du vergessen. Fast jedes kleckerdorf hat eine tankstelle und die preise variieren nur minimal. Wir sind sehr gut mit unserem mikrigen 55L Tank plus 2 Zusatzkanistern gefahren. Wenn du gerne so wie wir auch mal ein paar „Seitenwege“ austesten möchtest, sollte immer eine Notration Benzin dabei sein. Diesel und Benzinpreise sind allerdings fast gleich.

      Antworten
  3. Kay

    Hallo Ihr Lieben,

    wieder wundervoll, Euer Bericht. Wenn Ihr noch die Begriffe kalt, Standheizung und frieren weglassen könntet, würde es meiner Püppi sicher noch leichter fallen diese Gegend in der Hinfahrgelüsteliste nach oben zu rutschen.

    Fein auch, daß Takhi so brav und genügsam ist.

    mit lieben Grüßen von Kay

    PS: In meinem Vogelbuch ist auch kein junger Mönchsgeier zu finden, dann bleibt es hier zur nächsten Fichtelgebirgstour…. ;o)

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Moin kay, im nächsten Bericht werden diese, fast schon negativen, Worte natürlich nicht mehr auftauchen 🙂 . Deine Liebste sollte wirklich keine Sekunde zögern dieses wundervolle Land auf ihre Liste zu setzen. Du findest hier australische, afrikanische und asiatische Landschaften gleich nebeneinander. Frevelhaft wer hier nur so einfach „durchfährt“. Wir werden wiederkommen. Natürlich sollten wir einen Bilderabend auf eurem heimischen Boden im Auge behalten. Dann wird auch der/die Letzte/r überzeugt sein.
      Schöne Grüße aus Ölgy

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  4. volker

    Hallo Ihr Zwei !

    Ich lese auch regelmäßig eure tollen Reiseberichte .
    Mit was navigiert ihr ???
    Weiterhin viel Spaß bei der super Tour !
    Der KLEINE wird euch schon sicher nach Hause bringen .(:-)

    Gruß Volker

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Moin, wir nutzen mapfactor navigator. Das Programm ist seht gut und zuverlässig. Sicher ein wenig gewöhnungsbedürftig. Eine Spende an den Programmierer wird, sobald wir in deutschland sind, sicher folgen. Da das programm eigentlich kostenlos ist, ist das mehr als fair!
      Schöne grüße

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  5. Sean Rima

    Glad to see you are ok. I check your blog once or twice a week as I am still driving away

    Antworten
    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Hi sean, nice to hear that we still keep in touch. Just read you ve done so far and are back in europe 🙂 . Next time in mongolia you should drive the northern route. Fantastic driving and nothing to worry about.
      Hope to see you again!
      Cheers thomas

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