2.4 ERSTER STOPP IN SIBIRIEN

Selbstverständlich muss man nicht mit einem Geländewagen Russland abfahren. Es gibt überall Asphaltstraßen. Aber möchte man, so wie wir, irgendwo in der Wallachei übernachten, kann das mit einem normalen Fahrzeug schon mal in die Hose gehen. Bei trockenem Wetter ist das alles gar kein Problem. Aber fällt EIN Tropfen Wasser auf russischen Boden, dann ist Schluss mit lustig. Oder der Spaß fängt dann eben erst richtig an:

4. Mai 2015

Wir sind jetzt im südlichen sibirischen Tiefland. Permafrostboden hin oder her, ich habe keine Ahnung, was das für ein Boden ist, auf dem wir da stehen, oder vielmehr, in dem wir da stehen. Richtig schön drin und wir kommen nicht mehr wieder raus. Dabei wollten wir doch bloß einen Schlafplatz suchen. Der Untergrund ist gar nicht so butterweich und schlammflüssig. Eher wie Kleister, dunkelgraubraun und schmiert die Reifen so dick ein, dass sie wie ein roher Schokokeks aussehen. Ach herrje, denken wir, wo haben wir uns denn jetzt festgefahren? Gott sei Dank hat das Niemand gesehen. Wie peinlich. Ich muss das fotografieren. Thomas ist angespannt und hätte lieber, dass ich ihm helfe. Wir legen ein paar Stöcker unter die Räder für mehr Grip und lassen Luft von den Reifen ab.

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Thomas legt den Allradgang ein und wühlt mit Rädern vor und zurück. Ich stehe draußen und ärgere mich, die Kamera jetzt im Auto vergessen zu haben. Es stinkt nach der Kupplung. Aufgeweichte Erde spritzt in alle Richtungen, sogar bis aufs Dach.

Die Autowäsche vor zwei Tagen sich gelohnt!

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Nach langen 30 Sekunden ist der Schreck vorbei. Wir begutachten die Raupe von außen. Alles voller Modder. Als ob wir eine Runde durch einen Haufen Kuhfladen gefahren wären. Mit der Schaufel kratze ich vorsichtig dicke, klebrige Brocken aus den Radkästen. Schmatzend fallen sie auf den Boden, wie Kacke. Ehrlich, ich muss es so sagen. Es sieht nach nichts anderem aus als dicke, braune Kacke. Nicht mal von meinen Schuhen will das Zeug abgehen. Jetzt muss Thomas bei mir kratzen.

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Kleinlaut fahren wir die wunderschöne, einsame Landstraße zurück. Dann rauf auf die M51, die wichtigste Aterie von Russland, und … nächster Versuch.

Ende gut, alles gut!

Ende gut, alles gut!

10 Kommentare

  1. Aaron

    Endlich habt ihr mal den Allradantrieb benutzt! Schön – das gehört zum Abenteuer einfach dazu. Viel Spaß noch.

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Oh der Aaron ist ein Abonnent :-). Jau, schön in der Modder gewühlt. Obwohl das so gar nicht geplant war, ein kleiner eher winziger Vorgeschmack auf die Mongolei. Danke.

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  2. Mario/MF

    Moinmoin ihr zwei. Ja, dafür habt ihr doch 4×4. Habt ihr super gemeistert. Die Blattfederverstärkung sieht auch super aus das sollte euch weiterhelfen.
    Sarah hat einen schönen Schreibstil, macht Spass zu lesen. Wünsche euch weiterhin eine schöne Reise. Gruß Mario

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Hi Mario, ich bin mit der verstärkung bis jetzt auch mehr als zufrieden, mal sehen wie sie sich dann am baikal bewährt :-).
      Freut mich, das du den Weg zu uns gefunden hast. Sarah verbringt viel Zeit mit dem Schreiben und versucht sich sogar während der Fahrt, bei den Straßenverhältnissen sieht das schon mal ganz lustig aus!

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      1. dirk

        Moinsen,
        vielleicht braucht Sarah ja dann auch noch ne Extrafederung unterm Lapi!? 😉

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  3. Dirk

    Endlich mal artgerechte Fahrzeughaltung! 😉

    Hauptsache das Bier danach schmeckt! Prost!!! 🙂

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    1. Thomas

      Dirk, mit beidem hast du recht, nach dem exkurs gab es das erste Lagerfeuer aber leider auch das letzte Rostocker Pils.
      Schöne Grüße ins Verdenland

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    2. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Im Dreck wühlen mag die Raupe rrrrrh. Duschen dafür gar nicht

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  4. Kay

    Hallo Ihr Zwei,

    toll wie Ihr auch dieses Hindernis genommen habt, und dann mit Stöckchen unter den Reifen, daß die Bleche nicht schmuddelig werden, Hut ab, da zeigt sich der erfahrene Offroader, hätte ich nicht besser machen können.

    Der Luftbalgersatz sieht russisch überzeugend aus. Haltet mir nur ein Auge auf die obere Aufnahme, daß da keine Beule in der Traverse entsteht.
    Der Übervorsichtige hätte vielleicht noch ein Lastverteilescheibchen untergelegt, aber der Russe weiß, das kann man auch später noch machen wenn der Falz zu weich war…. :o)

    Grüße von Kay, welcher sich schon auf Sarahs nächsten Bericht freut.
    Blos nicht nachlassen… und schau mir nach den Fenstern…

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    1. Sarah und Thomas (Beitrag Autor)

      Moin,
      Die obere Federaufnahme sahen wir Anfangs auch recht kritisch, aber nach 2500 km ist noch alles an seinem Platz, dafür wandert die untere Halterung, da das Blech zu dünn ist, Richtung Heck. Also doch bloß temporär 🙂 . Sandbleche sind doch nur was für den Notfall… ups, den gabs heute- später dazu mehr!

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